Also der Dieter ist der Meinung, dass Live-Gigs die Zukunft sind. Finde ich persönlich ja schon mal nicht verkehrt, ist das doch eigentlich schon immer so gewesen. Das trifft letztendlich für die meisten Musiker zu, während viele prominente Nichtmusiker in der Vergangenheit auch ohne musikalisches Mindesttalent nicht davor zurückschreckten mal schnell mit einem Produzenten eine Platte aufzunehmen und damit auch noch in die Charts kamen.

Siehe hier!

Leider gibt es inzwischen auch bei Live-Konzerten den Trend zum Vollplayback (was für ein Paradoxon), so dass die natürliche künstlerische Selektion wohl ein frommer Wunsch bleiben wird.

Siehe hier!

Oder hier – der ist auch gut!

Eine weitere Zukunft für Musiker? Tja, da war doch was… äh darf’s vielleicht ein bisschen Werbung sein? Aber ja doch, logo! Marken, logo!! Markenlogo!!!

Kann man das schöner singen als Christoph & Lollo hier?

Müssen sich Musiker in Zukunft über diesen kleinen Unterschied Gedanken machen:

wahre Künstler oder Ware Künstler?

Zumindest in der Popmusik ist das wohl gar nicht so dramatisch. So war doch schließlich die künstlerische Ästhetisierung des Kommerzes die Keimzelle der Popkultur. Popmusik als ambivalenter Zwitter aus simpler Unterhaltung und Kunst.

Aber zurück zum lieben Geld, das wissen wir alle, steckt immer noch in der Werbung. Die einfachste Art für Musiker ist dabei immer noch das Sponsoring. Einfach ein Markenlogo auf die Eintrittskarte, oder ein Banner über die Bühne und dafür soll der Sponsor dann bitte überweisen.

Ach der Sponsor will inzwischen noch mehr als nur sein Logo präsentieren? Äh, ja also dann …

Darf’s noch ein bisschen mehr sein? Vielleicht ein kleiner Auftritt in einem Werbespot? Hm, kommt drauf an. Um welche Marke geht es denn? Apple mit dem neuen iPod? Logo! Becks? Logo! Adidas? Logo! Ach so, ein Versicherungsunternehmen,  tja … wie viel sagten Sie noch mal, wollen Sie zahlen?

Für viele Musiker mag es eine prinzipielle Frage sein, ob sie sich überhaupt auf Werbung oder ähnliches einlassen wollen. Andere tragen das „I’m a Mac“ T-Shirt freiwillig auf der Bühne, ohne dafür auch nur einen Cent zu bekommen. Für die Mehrheit der bekannteren Künstler ist es dagegen eher eine Frage des wie, mit wem, wo, wann, warum und natürlich auch des wie viel.

Für die musikalische wie auch werberische Newcomerin Duffy haben sich all diese Fragen geklärt. Sie hat nach einer Werbekooperation mit Coke light beschlossen, sich in Zukunft wieder voll auf ihre Musik zu konzentrieren und keine Werbung mehr zu machen (hier geht’s zur ganzen Geschichte).

Hat sie damit das Kind aus dem Bad geschüttet?
Mit dieser und vielen ähnlichen Fragen beschäftige ich mich seit geraumer Zeit auf www.popsponsoring.de
International diskutieren kann man das jetzt auch auf www.bands4brands.eu
Ich freue mich auf Euren Input
Cornelius Ringe

Ps: Iggy Pop und die Kfz-Versicherung ist sensationell!

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🙂

Good Copy Bad Copy

25. Mai 2009

Break the LAW

STREAM UND DOWNLOAD HIER

In der aktuellen Debatte über das Copyright, Illegale Downloads und den oft besungenen Untergang der Muskindustrie kommt dieser exellente Dokumentarfilm daher und bietet so-mir-nix-dir-nix einen umfassenden Überblick über die aktuelle Lage von Copyright und Kultur. Interviewed werden eine ganze Reihe höchst relevanter und interressanter Personen von samplenden Künstlern über Powerplayern aus der Musik – und Filmindustrie bis zu Anwälten welche die Interressen letzterer vertreten und Professoren und Akademikern, die Konzepte für die Zukunft erforschen und entwickeln.

Der Film beginnt mit der Problematik des Samples in der Popmusik von heute am Beispiel von Girl Talk und Danger Mouse. Danach macht er einen Schwenk rüber zum Thema illegale Downloads und Bootlegs mit den Machern von Pirate Bay und Interviews im Bootleg-Markt von Moskau.

Nachdem nun die Spannungen zwischen Industrie, Künstler und Konsument auf den westlichen Märkten beleuchtet wurden, beginnt der für mich noch viel spannendere Teil des Films. Als Beispiel für die Filmindustrie wird die Situation in Nigeria und für die Musikindustrie der Markt in Nord Brasilien beleuchtet.

Was an diesen Ländern so interessant ist, ist die Tatsache, das beide Länder erstens sehr arm und zweitens die „Märkte“ sehr jung sind. Hier konnten sich neue Modelle und Strukturen entwickeln, da sich noch keine konservativen Krusten bilden konnten. Der Bootleg – und Schwarzmarkt ist in diesen Ländern eine allgegenwärtige Realität, die von Künstlern und Händlern nicht nur verstanden, sondern auch aktiv genutzt wird. Ausserdem gibt und gab es dort keine „alten“ Gesetze, die Entwicklungen hätten bremsen oder unmöglich machen können. Ein weiterer Punkt ist, dass die Armut von Anfang an Homeproduktion und generell billige Produktionsprozesse mit sich brachte. Daher haben die Menschen dort eine weit fortschrittlichere Umgehensweise mit dem Internet und dem digitalen Zeitalter, als die hiesige träge und behäbige Tonträgerindustrie.

Mir persönlich gefällt sehr gut, wie die Situation um die Pirate-Bay-Affäre beleuchtet wird und das man den Film auch exklusiv über Pirate Bay herunter laden kann. Runde Sache das…

Found here Marrakesh Record

  • Music is hugely important to the age group. 60% of 16-24 year olds would rather go without sex than music for a week. This increases to 70% for 16-19 year olds.
  • Music consumption remains ubiquitous within the age group. 75% have watched a music video online in the last 3 months, 70% bought a CD, 62% listened to music on their mobile phone, 52% bought a music download and 45% played a music game on a games console.MP3 players are the most widely used device for listening to music (81% of the age group have used one in the past week), followed by the computer (80%), radio (71%), TV (68%), CD player (59%) and mobile phone (54%).
  • Radio is the most important medium for finding out about new bands/artists (67%). This is followed by friends’ recommendations (63%), and MTV and other music channels (49%). General interest, music magazines/newspapers and blogs achieve very low scores at 21%, 17% and 14% respectively.
  • You Tube has soared into pole position as the default website that this age group turn to for checking out new artists (38%). Myspace (and a band’s own website) come a distant joint second, each scoring 15%.
  • 70% of those who expressed a view do not feel guilty about downloading music for free from the internet.
    61% of the age group do not feel they should have to pay for the music they listen to. This is more marked amongst 15-19 year olds, of whom 69% do not feel they should have to pay.
  • The average price that respondents think is fair to pay for a CD album is just £6.58. For a download album the average drops to £3.91 and for a download single the average is 39p.
  • On average 43% of the music owned and enjoyed by the age group has not been paid for. This increases to 49% for 15-19 year olds.
  • If they were a big celebrity 42% of the age group would value respect for their music and creative freedom above all other factors. Money scores second at 20% and performing in front of massive audiences third at 14%.

Music 2.0 (Gerd Leonhard)

25. Februar 2009