Cumulus FM

26. August 2013

Cumulus FM

Vielleicht ein interessanter neuer Dienst für die Music Geeks/Nerds/Afficiniados unter uns und solche, die es werden wollen. Mit Wolken und alles. Wird man dann sehen. Im Moment nur auf Einaldung zugänglich. Hier gibt es eine genauere Beschreibung: http://www.hypebot.com/hypebot/2013/08/cumulusfm-releases-a-digital-music-notebook.html

Aber suchen kann man schon. Und hier das Ergebnis meiner ersten Suchanfrage:

Gefallt ma.

 

 

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Bust all Majors

22. März 2011

keine schlechte idee …

http://bustallmajors.com

Daisy Bell Remix

12. November 2010

Screenshot: "Daisy Bell" von Harry Dacre

Screenshot: "Daisy Bell" von Harry Dacre

Aaron Koblin und Daniel Massy haben eine neue Version des Stückes „Daisy Bell“ produziert. Das Stück wurde 1892 von Harry Dacre geschrieben und 1962 durch John Kelly, Max Mathews und Carol Lockbaum bekannt, da es von der ersten computergenerierten Gesangsstimme gesungen wurde (Computer: IBM 704).
In Anlehnung an eine Textzeile wurde unter dem Projektnamen „Bicycle Built For 2,000“ mehr als 2000 menschliche Stimmschnipsel im Internet gesammelt und zu einer neuen Version zusamengesetzt. Die Teilnehmer wurden gebeten sich online sich zunächst einen Klang- bzw. Stimmsample anzuhören, das Gehörte stimmlich zu imitieren und ins Netz zu laden, ohne zu wissen wofür es später verwendet wird. Das Ergebnis ist eine im Timing etwas schwammig wirkende, aber eindeutig wiedererkennbare Version von „Daisy Bell“.

Projekt: www.bicyclebuiltfortwothousand.com

Video: Bicycle Built for Two Thousand from Aaron Koblin on Vimeo

Go, sign yourself!

19. April 2010

Simon Clayton und Julia Clark-Lowes hatten eigentlich alles erreicht, wovon Musiker träumen: Sie hatten einen Plattenvertrag, tourten mit ihrer Band The Indelicates in Europa und den USA, spielten als vielversprechender Newcomer auf dem South by Southwest in Texas. Ihr erstes Album „American Demo“ erntete gute Kritiken, sie eröffneten eine gesamte Europatournee für Art Brut, alles lief blendend an. Doch das Album verkaufte sich nicht so recht, die Touren deckten gerade so eben die Reisekosten und mussten mit den Alltagsjobs der Bandmitglieder koordiniert werden, die aufzugeben sie sich nicht leisten konnten. „Wir hatten ohnehin nicht damit gerechnet, mit unserer Musik reich zu werden“, erzählt Simon, „aber wir haben schlicht gar nichts damit verdient.“ Das kann man auf die rückläufigen Plattenverkäufe im Allgemeinen schieben, doch so einfach machten es sich die Indelicates nicht. Sie forschten nach den Hintergründen.

Das Ergebnis war frustrierend: Fast die gesamte Promotionsarbeit für das Album hatten die beiden selbst in die Hand genommen, weil ihre Plattenfirma sich offenbar nicht recht dafür einsetzen wollte. Ausgerechnet zum Weihnachtsgeschäft stand das Album in ihrem Heimatland England nicht in den Plattenläden. Sie blieben weit hinter ihren Möglichkeiten zurück – und es war nicht einmal ihre eigene Schuld.

Sie verhandelten mit dem Label. Sie baten darum, aus dem Vertrag entlassen zu werden. Der Alptraum vieler junger Bands, die gerade ihr Debut veröffentlicht haben und am Zweitwerk arbeiten, wurde ihr Primärziel: gedroppt werden.

Die Aufnahmen des zweiten Albums finanzierten sie aus eigener Tasche. Der ständige Kontakt mit Fans und Freunden über Facebook, Twitter und die Band-Website half dabei. Simon und Julia gingen neue Wege. Sie dachten sich ungewöhnliches Merchandise aus. Sie kochten „Indelicates-Fudge“ und verschickten die Süßigkeit in hübschen, handgefertigten Verpackungen. Sie veröffentlichten ein Buch mit alten Gedichten, Songtexten und Liner-Notes zum ersten Album. Gedruckt wurde die erste Auflage vom Geld der Käufer, die gerne ein bisschen länger auf die Lieferung warteten als gewohnt.

Nun ist „Songs for Swinging Lovers“ fertig. Sie mussten sich vor keinem A&R rechtfertigen, keine Single produzieren, sich von niemandem reinreden lassen. Für die Veröffentlichung haben sie ihr eigenes Label gegründet: Corporate Records. Die Idee dahinter ist folgende: Signen kann man sich bei Corporate Records selbst. Man lädt seine Musik und sein persönliches Artwork hoch, verbreitet dies bei Freunden und in Foren, verlinkt direkt von Myspace- und Facebookprofilen, macht seine eigene Werbung. Für diejenigen, denen es unangenehm ist, sich selbst über den grünen Klee zu loben, gibt es einen Promozettel-Generator auf der Seite, der, mit ein paar Informationen gefüttert, ein Loblied auf das eigene Werk ausspuckt, das in Punkto Beliebig- und Belanglosigkeit den Waschzetteln bekannter Plattenfirmen locker das Wasser reichen kann – nur einer von vielen humorvollen Seitenhieben gegen die alte Industrie.

Pro Song oder Album kann man einen Preisvorschlag angeben, aber im Großen und Ganzen entscheidet der Käufer, was ihm die Kunst wert ist. „Songs For Swinging Lovers“ hat den Indelicates auf diesem Weg binnen weniger Tage schon über 2000 Pfund eingebracht – das Studio für die Aufnahmen hat 5000 gekostet.

Alle Rechte verbleiben beim Künstler selbst. Jeder kann entscheiden, ob er sein Werk gleichzeitig auch woanders verkaufen möchte. So kauft man selbstredend zukünftig sicher keine Platten mehr von Künstlern, die man noch nie gehört hat, weil das richtige Plattenlabel Qualitätsgarant ist. Aber vielleicht muss man sich trotz aller Nostalgie von alten Hüten irgendwann tatsächlich einfach trennen, weil sie längst angefangen haben, muffig zu riechen.

Corporate Records ist „a record company that reflects, accepts and delights in the post-internet music market. We want our files shared. We want our data to flow freely. We believe in celebrating abundance rather than falsely manufacturing scarcity“, wie in dieser Pressemitteilung weiter ausgeführt wird:

http://docs.google.com/Doc?docid=0AWXM5KI1s9zhZGNzNnJod185NmZ6NjQ4Nmhn&hl=en&pli=1

http://corporaterecords.co.uk/whycorporate

The Death Of MySpace…

7. April 2010

Ist MySpace ein Auslaufmodell? Ist MySpace gar schon tot? Was ist mit dem Traum junger Bands und aufstrebender Musiker? Weltberühmt über Nacht, so hieß es, per MySpace in die Herzen und auf die Computerboxen der Webgemeinde… Die Geschichten hallen noch nach: Arctic Monkeys – waren das nicht die Jungs, die auf MySpace schon hunderttausende Fans hatten bevor überhaupt ein Plattenlabel auf sie aufmerksam geworden war? War diese englische Band nicht eine der ersten, die quasi an der Brust des Internet aufgezogen und von den ersten Web 2.0-Jüngern auf den Thron des Rock’n’Roll erhoben wurden? Ja, sie hatten es geschafft, denn damals hat MySpace noch den Takt angegeben, Trends geprägt und Träume geschaffen und dabei die Musikindustrie nicht unwesentlich gesteuert. Ist dieser Traum nun ausgeträumt?

Das Phänomen lebt natürlich weiter. Es ist ja nicht so, dass die jungen Musikfans auf einmal wieder in die Plattenläden rennen würde um dort für ehrliches Geld CDs und Platten zu erstehen. Das Internet als Musikabsatzmarkt boomt mehr denn je. Ob kommerziell oder illegal: Musik wird im Netz konsumiert. Zwar werden die Songs der angesagten Musiker heute nicht mehr besessen, sondern geteilt.  Es wird immer weniger „downgeloaded“ und stattdessen „gestreamt“ und „gebroadcastet“, doch stattfinden tut Musik immer noch auf den entsprechenden Portalen in den Weiten des Internets. Immer seltener steht dabei allerdings MySpace im Fokus.

MySpace hat heute vor allem eine Funktion: Es bietet Künstlern und möchtgern Künstlern freien Webspace und eine Plattform zur Selbstdarstellung. Natürlich hat heute immer noch jeder der etwas auf sich hält eine MySpace-Seite – zumindest jeder Musiker. Die Profile lassen sich „customizen“ und individuell nach den Vorlieben des Users gestalten. Viel leichter als eine eigene Homepage und billiger. Dies ist eine Stärke von MySpace und gleichzeitig eine Schwäche, denn so wird das ohnehin komplizierte MySpace immer unübersichtlicher. Wie soll sich denn der interessierte Musikfan bei dieser Vielfalt noch entscheiden, wie findet man sich hier überhaupt zurecht? Immer mehr Konsumenten sparen sich die ungemütliche Suche und begeben sich vertrauensvoll in die Hände eines Webradios ihrer Wahl. Auf die Profilseiten bei MySpace verirrt sich der geneigte User erst wieder, wenn ihm die entsprechende Musik über andere Kanäle zu Gehör gekommen ist. Wenn der Künstler also schon einen gewissen Bekanntheitsgrad hat.

Einen internen MySpace-Kosmos gibt es kaum noch. Als Socialnetwork ist MySpace tot, längst durch die Facebooks und LastFMs dieser Welt abgelöst. Die 5000 mühsam „geaddeten“ Fans – nichts mehr wert, die letzten zehn Kommentare auf der Profilseite – nur Werbung. Liest sowieso keiner, ist ja keiner da! MySpace ist ein Geisterdorf und bündelt eine schier unglaubliche Fläche an totem Webspace. Last Login: März 2009!

MySpace hängt am Tropf der Künstler. Die Plays und Profilaufrufe der Lady Gagas und Kings Of Leons sichern das Überleben des Geisterdorfs. Um den Traum vom Rock’n’Roll 2.0 leben zu können werden allerdings die Kleinen ihren Platz räumen und in andere Gefilde des Internets tauchen. Facebook heißt sie gerne willkommen!

kurz und knapp 2006

7. April 2010