Cumulus FM

26. August 2013

Cumulus FM

Vielleicht ein interessanter neuer Dienst für die Music Geeks/Nerds/Afficiniados unter uns und solche, die es werden wollen. Mit Wolken und alles. Wird man dann sehen. Im Moment nur auf Einaldung zugänglich. Hier gibt es eine genauere Beschreibung: http://www.hypebot.com/hypebot/2013/08/cumulusfm-releases-a-digital-music-notebook.html

Aber suchen kann man schon. Und hier das Ergebnis meiner ersten Suchanfrage:

Gefallt ma.

 

 

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The Death Of MySpace…

7. April 2010

Ist MySpace ein Auslaufmodell? Ist MySpace gar schon tot? Was ist mit dem Traum junger Bands und aufstrebender Musiker? Weltberühmt über Nacht, so hieß es, per MySpace in die Herzen und auf die Computerboxen der Webgemeinde… Die Geschichten hallen noch nach: Arctic Monkeys – waren das nicht die Jungs, die auf MySpace schon hunderttausende Fans hatten bevor überhaupt ein Plattenlabel auf sie aufmerksam geworden war? War diese englische Band nicht eine der ersten, die quasi an der Brust des Internet aufgezogen und von den ersten Web 2.0-Jüngern auf den Thron des Rock’n’Roll erhoben wurden? Ja, sie hatten es geschafft, denn damals hat MySpace noch den Takt angegeben, Trends geprägt und Träume geschaffen und dabei die Musikindustrie nicht unwesentlich gesteuert. Ist dieser Traum nun ausgeträumt?

Das Phänomen lebt natürlich weiter. Es ist ja nicht so, dass die jungen Musikfans auf einmal wieder in die Plattenläden rennen würde um dort für ehrliches Geld CDs und Platten zu erstehen. Das Internet als Musikabsatzmarkt boomt mehr denn je. Ob kommerziell oder illegal: Musik wird im Netz konsumiert. Zwar werden die Songs der angesagten Musiker heute nicht mehr besessen, sondern geteilt.  Es wird immer weniger „downgeloaded“ und stattdessen „gestreamt“ und „gebroadcastet“, doch stattfinden tut Musik immer noch auf den entsprechenden Portalen in den Weiten des Internets. Immer seltener steht dabei allerdings MySpace im Fokus.

MySpace hat heute vor allem eine Funktion: Es bietet Künstlern und möchtgern Künstlern freien Webspace und eine Plattform zur Selbstdarstellung. Natürlich hat heute immer noch jeder der etwas auf sich hält eine MySpace-Seite – zumindest jeder Musiker. Die Profile lassen sich „customizen“ und individuell nach den Vorlieben des Users gestalten. Viel leichter als eine eigene Homepage und billiger. Dies ist eine Stärke von MySpace und gleichzeitig eine Schwäche, denn so wird das ohnehin komplizierte MySpace immer unübersichtlicher. Wie soll sich denn der interessierte Musikfan bei dieser Vielfalt noch entscheiden, wie findet man sich hier überhaupt zurecht? Immer mehr Konsumenten sparen sich die ungemütliche Suche und begeben sich vertrauensvoll in die Hände eines Webradios ihrer Wahl. Auf die Profilseiten bei MySpace verirrt sich der geneigte User erst wieder, wenn ihm die entsprechende Musik über andere Kanäle zu Gehör gekommen ist. Wenn der Künstler also schon einen gewissen Bekanntheitsgrad hat.

Einen internen MySpace-Kosmos gibt es kaum noch. Als Socialnetwork ist MySpace tot, längst durch die Facebooks und LastFMs dieser Welt abgelöst. Die 5000 mühsam „geaddeten“ Fans – nichts mehr wert, die letzten zehn Kommentare auf der Profilseite – nur Werbung. Liest sowieso keiner, ist ja keiner da! MySpace ist ein Geisterdorf und bündelt eine schier unglaubliche Fläche an totem Webspace. Last Login: März 2009!

MySpace hängt am Tropf der Künstler. Die Plays und Profilaufrufe der Lady Gagas und Kings Of Leons sichern das Überleben des Geisterdorfs. Um den Traum vom Rock’n’Roll 2.0 leben zu können werden allerdings die Kleinen ihren Platz räumen und in andere Gefilde des Internets tauchen. Facebook heißt sie gerne willkommen!

James Dean 3.0

8. Januar 2010

Die Hamburger Indierock-Ritter THE KNIGHTS holen aus zum nächsten Ritterschlag. Zu ihrem Song „James Dean“ gibt seit einigen Monaten in den einschlägigen Web-Portalen bewegte Bilder zu sehen. Ein Hochglanz-Videoclip, der Musik mit Mode verknüpft und zeigt, wie das Internet den kleinen Bands auf die große Bühne verhelfen kann. Das Video bricht mit Konventionen des Musikfernsehens und inszeniert Musik und Band modern im internetgeprägten Gewand des 21. Jahrhunderts. Interaktiv und kreativ.

Es sind Zeiten in denen die erste große Bühne nicht mehr aus Brettern gezimmert ist, sondern aus Blogs und Videoportalen besteht, in denen junge Bands oft mehr Zeit bei MySpace verbringen als im Proberaum. Zeiten, in denen Vermarktungstalent und Promotionkenntnisse fast genauso wichtig sind wie gute Songs. In dem Musikvideo werden diese Entwicklungen skizziert und es finden sich immer wieder Anspielungen auf jene Internetportale, die die heutige Musikrezeption so entscheidend prägen. Das Video springt  von Perspektive zu Perspektive, zeigt wie die Band in einem Loft, in einer Tiefgarage und auf einer Modenschau rockt. Darüber hinaus springt das Video auf dramaturgischer Ebene, wechselt zwischen Einstellungen, die der einfachen Realität des Musikclips entsprechen und Momenten, in denen sich das Geschehen gewissermaßen selbst zitiert. Sequenzen des Clips werden da in Form von Youtube-Videos dargestellt oder als Teil eines Internetblogs abgebildet.

Neben der Thematisierung des Internets im allgemeinen, wie es Einfluss hat auf die Musikrezeption, genauso wie auf die Musikproduktion, ist besonders der Aspekt der Interaktivität spannend. Natürlich erweckt das Musikvideo nur den Schein von Interaktivität. Der Zuschauer kann nicht wirklich Einfluss nehmen auf das Geschehen des Clips. Das Video ist in diesem Zusammenhang eine Art Attrappe, die einen Vorgeschmack gibt, wie Musikvideos in Zukunft funktionieren könnten. Videos mit einer individualisierten Optik, mit wechselbaren Kameraeinstellungen, bei denen der Rezipient nach seinem persönlichen Geschmack zwischen Perspektiven wechseln kann, quasi selber Regie führt über den Clip.

Zum Abschluss noch ein Geständnis: ja, dieser Blogeintrag ist Eigenwerbung. Ich spiele Gitarre in jener Band, deren Video an dieser Stelle zu ein paar Zeilen motiviert hat.
Und so viel sei verraten wir haben weder eine Plattenfirma im Rücken, noch das Budget um solch ein Video selbst zu finanzieren. Tatsächlich gehört ein bisschen PR-Geschick dazu und viel Glück die richtigen Leute zu treffen, so dass man sich am Ende in Hochglanz auf Film konserviert betrachten darf. Unser Kameramann Felix Storp, stand beispielsweise auch hinter der Kamera für die aktuellen Musikclips von „Udo Lindenberg“, „Nena“ und „Ich und Ich“! Glück muss man haben…

Ich bin heute mehr oder minder zufällig über das Beatmaps Projekt von Facial Removal Service gestolpert, siehe auch hier für interessante Kommentare und Links.  Ich muss sagen, ein sehr inspirierendes Projekt, das man zur Locative Art rechnen kann, was wiederum unter Augmented Reality fällt. Also total hip…

Das Prinzip ist im Prinzip simpel und modernste Technik, die man heutzutage ja an jeder Straßenecke nachgeworfen bekommt (wenn man genügend Euro zurückwirft) macht es möglich: Nehme deine GPS-Koordinaten und bilde sie auf irgendetwas ab zum Zwecke der der Steuerung von irgendetwas. Hier: Beats & Loops, aber man kann natürlich auch alles andere nehmen.

Da kamen doch gleich Visionen bei mir auf, allerdings genau die, die Jesse Stiles und Richard Pell (und vor Ihnen auch schon andere, z.B.  AudioNomad) gehabt haben.  Vor allem sehe ich aber noch eine mögliche Verbindung mit den Situationisten, die mir gerade viel im Kopf rumspuken, und ihrer Idee von Psychogeographie und dérive, heißt: die bewusste Erfahrung (oder besser Ergehung) des urbanen Raums in seinen psychologischen Dimensionen, generell das Aus-, Um- und Neudeuten von Orten und Archtitekturen,  u. a. durch zielloses aber absichtsvolles Herumstreifen und Sich-Verirren.

Also los:  Die Stadt wird auf sich überlappende Gebiete abgebildet, die jeweils einem Musikstück entsprechen, die Überlappungen sind Cross-Fading-Zonen. Und dann nehme man ein Streaming- und GPS-fähiges device und streife durch die Stadt, gleichsam geisterhaft begleitet durch den Soundtrack, den eine unbekannte Macht (=eine konspirative musikgeographische Geheimgesellschaft o.ä.)  ausgelegt hat. Sagen wir: Elektrotracks in Wilhemsburg, Hiphop in Steilshoop, Jazz in Eimsbüttel, Schlager in Norderstedt, Klassik in der Innenstadt, Punkrock in St. Pauli… (es geht natürlich auch origneller…)

Und so ein System wäre sicherlich auch dazu geeignet, die eigene Playlist in Abhängigkeit davon, wo man sich gerade in der Stadt befindet, automatisch zu generieren.

Wer kann iPhone Apps programmieren?!

Remixer aufgepasst!

21. Oktober 2009

Habe gerade eine interessante iPhone Applikation im Netz gesehen.
Angekündigt als „the HOTT!!!-est iPhone music app since t-pain‘s autotune!“

FLYP’T

Flyp't
Flyp’t

Zunächst muss man sich Musik für diese neue Applikation im zugehörigen FLYP’T-Store online herunterladen und auf dem iPhone speichern. Diese Titel kann man während des Abspielens remixen und eine eigene Version erstellen. Musikbearbeitung erscheint hier eben so intuitiv, wie mit Ableton’s LIVE, dem Serato Scratch, der Akai MPC oder dem Pioneer CDJ-2000, aber sehr abgespeckt. Mit wenigen Tastendrucken ist man in Lage Musik-Samples einzuspielen und zu manipulieren.  In dem Promotion-Video klingt das auch alles so, als ob das Programm das gewollte Timing erkennt. Der so entstandene Remix kann auf dem iPhone gespeichert werden. Wenn man die Bearbeitung für so gelungen hält, dass man sie vorzeigen möchte, geht das auch, indem man sie auf der FLYP’T-Seite veröffentlicht. In wie weit die Ergebnisse sich für die öffentliche Wiedergabe in einem Klub eignen ist im Video nicht hörbar. Auch ist unklar, ob eigene Produktionen geladen und verwendet werden können. Als Spielerei für unterwegs ist Flyp’t wohl ganz nett, aber die Musik und den Umgang mit ihr wird wohl nicht revolutioniert.

Angeblich sollen alle grossen Musikfirmen mit an Board dieses Projektes sein, sodass es erst einmal einen Grundstock zum Remixen geben wird. Veröffentlichungstermin soll der 26. Oktober sein. Die App soll $1,99 kosten und Musik gibt’s für $0,99 das Stück.
Die Klangqualität des Videos ist leider schlecht, aber man bekommt einen Eindruck, was mit dieser App möglich ist.

Quellen:
http://www.flypt.net/
http://www.datzhott.com/2009/10/21/the-flyp%E2%80%99t-remix-iphone-app/
http://globalgrind.com/content/1077986/THE-FLYPT-REMIX-IPHONE-APP/

Grafik:
http://www.flypt.net/grafika/bg.jpg

Ich habe neulich ein interessantes Bohlen-Interview bei Johannes B. Kerner gefunden. Darin geht es auch kurz um die „Zukunft der Musik“.

Bohlen sagt darin ganz deutlich, dass man heutzutage mit Plattenverkäufen kein Geld mehr verdienen kann – deswegen gehen jezt auch alle Künstler auf Tournee.

Ist ja eigentlich nix neues, aber die konkreten Zahlen die er nennt sind schon interessant:

Früher, so Bohlen, habe man am Tag 20.000 Platten verkaufen müssen um auf Platz 1 zu kommen. Wenn man heute hingegen nur 2.000 Platten pro Tag verkaufen würde, dann, so meint er, gehe man locker auf Platz 1. Weiter sagt Bohlen, wenn man heute 50 Platten am Tag verkaufen würde käme man schon locker in die Charts.

Ich bin ja wahrlich kein Bohlen-Fan, denn die „Musik“, die er mitunter so verbrochen hat, führt bei mir meist dazu, dass sich meine Fußnägel hochkrempeln, aber seine Einstellung zu den illegalen Downloads ist schon sympathisch.

Junge Menschen aufgrund von illegalen Downloads in die Nähe von Strafbarkeit zu rücken findet er „absoluten Schwachsinn!“

Die Industrie gäbe den Jugendlichen doch erst die Möglichkeiten das zu machen und würde an der Hardware auch mitverdienen. „…wir haben doch früher alle vor unseren Radios gesessen und die Hitparaden aufgenommen! Was machen die denn jetzt anders? Garnix! … du kannst doch den Leuten nicht sagen: hier ist ein Hammer! Aber jetzt hau den Nagel nicht in die Wand!“

Fazit:

Kerner: „Der Künstler soll also einfach seine Musik machen, die soll downgeloadet werden, dann hören es viele, dann geht er eben auf Tournee und wenn sich die Leute das live anhören wollen, dann kostet ne Karte € 45,- und dann holt er sich das Geld da ab.“

Bohlen: „So wird’s sein in der Zukunft!“

Wer es selber angucken möchte: z. B. hier und hier.

Copyleft

12. Mai 2009

Datei:Copyleft.svgDas Copyleft im Gegensatz zum Copyright© erzwingt die Freiheit des Urwerkes. Es beschreibt in welcher Form Änderungen gemacht werden dürfen, und wie die Werke, die aus einem freien Urwerk entstanden sind, lizenzrechtlich zu behandeln sind. Das Copyleft gibt also ein Werk grundsätzlich frei, regelt aber die Bedingung der Weitergabe (z.B. nicht-kommerziell) und die Bedingung der Weitergabe der Folgewerke eines Urwerks. D.h., dass der Schaffer des Urwerks auf Grund seinen Urheberrechtes alle späteren Bearbeitungen und Einbindungen seines Urwerkes in anderen Werken (Sampling, Mashup, Remix, etc.) seine Lizenz „aufzwingen“ kann. Jeder der das Urwerk benutzt, muss das Folgewerk also unter derselben Lizenz herausbringen. Während das Copyright nur die Exklusivrechte der Urheber schützt, indem es alle Anderen unter Strafandrohung davon ausschließt, beschützt das Copyleft die Freiheit aller Anderen, urheberrechtlich geschützte Werke praktisch so zu benutzen, als gäbe es kein Urheberrecht.

Für Musik ist die am häufigsten gebräuchlichste Copyleft-Lizenz die Creative Commons („schöpferisches Gemeingut „)- Lizenz. Die CC-Lizenz ist modular aufgebaut. Der Künstler kann sich sozusagen seine Bedingungen für sein Werk selbst zusammenstellen.

Die Grundmodule sind folgende:

by: Namensnennung: Der Name des Autors muss genannt werden.

nc: Nicht kommerziell: Das Werk darf nicht für kommerzielle Zwecke verwendet werden, womit nach EU-Recht auch der Verkauf zum Selbstkostenpreis verboten wird.

nd: Keine Bearbeitung: Das Werk darf nicht verändert werden.

sa: Weitergabe unter gleichen Bedingungen: Das Werk muss – auch nach Veränderungen – unter der gleichen Lizenz weitergegeben werden.

Zusätzlich gibt es neuerdings ein Modul das abgeleitete Werke nur in Form von Sampling oder Mashups erlaubt (Interessant für eine kommerziellen Vermarktung, bei der der Künstler trotzdem anderen Künstlern das Sampeln und Vermarkten offen lassen will, aber keinen Mix o.ä. will).

Aus diesen Modulen lassen sich recht interessante Lizenzen zusammensetzen: Z.B.

by-nc-nd : Namensnennung, nicht-kommerziell, keine Bearbeitung

oder

by-nc-sa: Namensnennung, nicht-kommerziell, Weitergabe unter gleichen Bedingungen

oder einfach nur

by: Namensnennung (sonst ist alles erlaubt! Weitergehender Rechtsverzicht)

Der CC-Lizenztext muss immer auf das länderspezifischen Urheberrecht angepasst werden, damit es international vergleichbar ist. Copyleft ist eine wunderbare Idee für Leute, die ihre Werke frei zugänglich machen wollen, aber trotzdem noch immer einige Bedingungen dazu stellen wollen, um sicherzugehen, dass mit ihren Werken noch in einen bestimmten Rahmen umgegangen wird (nicht kommerziell, Name, etc.).

Btw:
Creative Commons License
Copyleft von Ruben Hittmeyer steht unter einer Creative Commons Namensnennung-Keine kommerzielle Nutzung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland Lizenz.