Die Blogrebellen berichten in einem aktuellen Blogbeitrag über neue algorithmische Maßnahmen bei den großen Streamingdiensten wie Spotify und iTunes(Radio), die den Loudness War zwar vielleicht nicht beenden, aber doch nachhaltig beeinflussen könnten. Die Kernidee ist, die Lautheit der Stücke in einem Stream automatisch angleichen – wohl um für Homogenität zu sorgen, was ja jeder gute DJ so tun würde. Die passiert allerdings auf einem eher niedrigen totalen Lautheits-Niveau, was dazu führt, dass hochkomprimierte Stücke ihren scheinbaren Vorteil verlieren und im Vergleich zu Musik, die eher dynamisch gemischt sind, in puncto subjektiver Qualität schlechter dastehen. Aufgrund der Marktmarkt der großen Streamingdienste und Internetradios könnte dies also zu einem Umdenken der Produzenten führen, so der Mastering-Guru Bob Katz, der ein Ende des Loudness-Wars für Mitte 2014 prophezeit

Gema Debatte reloaded

27. Februar 2013

So langsam fragt man sich wirklich, was in deren Köpfen los ist? Den ganzen Artikel braucht man an sich nicht zu lesen, das reicht:

Reindlmeier: Sofern Sie eine Datei innerhalb eines Datenträgers von einem Verzeichnis in ein anderes verschieben, handelt es sich nicht um eine Vervielfältigung. Wie Sie richtig feststellen, wird lediglich der File-Index, also die Adresse, an der sich die Datei befindet, geändert.

Debug: Ist also, wer, sagen wir mal aus Platzmangel, legal gekaufte Dateien vom eigenen Rechner löscht, auf eine externe Festplatte kopiert, für den DJ-Abend dann von der externen Festplatte löscht und wieder auf den eigenen Rechner kopiert, d.h. zu keinem Zeitpunkt mehr als eine Instanz von einem File hat, in der Pflicht diese Tracks zu lizensieren, oder nicht?

Reindlmeier: Sofern Sie die legal erworbene Datei auf eine externe Festplatte überspielen, handelt es sich um eine Vervielfältigung. So weit, so gut. Verwenden Sie nun aber die externe Festplatte zur öffentlichen Wiedergabe, müssen Sie diese Vervielfältigung zum Zwecke der öffentlichen Wiedergabe lizenzieren, also dafür bezahlen.“

http://de-bug.de/medien/archives/welche-djs-mussen-gema-zahlen.html

Heute in den Statistiken gesehen, dass jemand mit folgender Suchanfrage auf unseren Blog kam: „ruf mir seiten auf auf welcher seite musik illegal runterladen kann„. Das spricht für sich. Das auch:

Aber am häufigsten wird nach „Anti Gema“ gesucht. Das spricht erst recht für sich.

Bust all Majors

22. März 2011

keine schlechte idee …

http://bustallmajors.com

Go, sign yourself!

19. April 2010

Simon Clayton und Julia Clark-Lowes hatten eigentlich alles erreicht, wovon Musiker träumen: Sie hatten einen Plattenvertrag, tourten mit ihrer Band The Indelicates in Europa und den USA, spielten als vielversprechender Newcomer auf dem South by Southwest in Texas. Ihr erstes Album „American Demo“ erntete gute Kritiken, sie eröffneten eine gesamte Europatournee für Art Brut, alles lief blendend an. Doch das Album verkaufte sich nicht so recht, die Touren deckten gerade so eben die Reisekosten und mussten mit den Alltagsjobs der Bandmitglieder koordiniert werden, die aufzugeben sie sich nicht leisten konnten. „Wir hatten ohnehin nicht damit gerechnet, mit unserer Musik reich zu werden“, erzählt Simon, „aber wir haben schlicht gar nichts damit verdient.“ Das kann man auf die rückläufigen Plattenverkäufe im Allgemeinen schieben, doch so einfach machten es sich die Indelicates nicht. Sie forschten nach den Hintergründen.

Das Ergebnis war frustrierend: Fast die gesamte Promotionsarbeit für das Album hatten die beiden selbst in die Hand genommen, weil ihre Plattenfirma sich offenbar nicht recht dafür einsetzen wollte. Ausgerechnet zum Weihnachtsgeschäft stand das Album in ihrem Heimatland England nicht in den Plattenläden. Sie blieben weit hinter ihren Möglichkeiten zurück – und es war nicht einmal ihre eigene Schuld.

Sie verhandelten mit dem Label. Sie baten darum, aus dem Vertrag entlassen zu werden. Der Alptraum vieler junger Bands, die gerade ihr Debut veröffentlicht haben und am Zweitwerk arbeiten, wurde ihr Primärziel: gedroppt werden.

Die Aufnahmen des zweiten Albums finanzierten sie aus eigener Tasche. Der ständige Kontakt mit Fans und Freunden über Facebook, Twitter und die Band-Website half dabei. Simon und Julia gingen neue Wege. Sie dachten sich ungewöhnliches Merchandise aus. Sie kochten „Indelicates-Fudge“ und verschickten die Süßigkeit in hübschen, handgefertigten Verpackungen. Sie veröffentlichten ein Buch mit alten Gedichten, Songtexten und Liner-Notes zum ersten Album. Gedruckt wurde die erste Auflage vom Geld der Käufer, die gerne ein bisschen länger auf die Lieferung warteten als gewohnt.

Nun ist „Songs for Swinging Lovers“ fertig. Sie mussten sich vor keinem A&R rechtfertigen, keine Single produzieren, sich von niemandem reinreden lassen. Für die Veröffentlichung haben sie ihr eigenes Label gegründet: Corporate Records. Die Idee dahinter ist folgende: Signen kann man sich bei Corporate Records selbst. Man lädt seine Musik und sein persönliches Artwork hoch, verbreitet dies bei Freunden und in Foren, verlinkt direkt von Myspace- und Facebookprofilen, macht seine eigene Werbung. Für diejenigen, denen es unangenehm ist, sich selbst über den grünen Klee zu loben, gibt es einen Promozettel-Generator auf der Seite, der, mit ein paar Informationen gefüttert, ein Loblied auf das eigene Werk ausspuckt, das in Punkto Beliebig- und Belanglosigkeit den Waschzetteln bekannter Plattenfirmen locker das Wasser reichen kann – nur einer von vielen humorvollen Seitenhieben gegen die alte Industrie.

Pro Song oder Album kann man einen Preisvorschlag angeben, aber im Großen und Ganzen entscheidet der Käufer, was ihm die Kunst wert ist. „Songs For Swinging Lovers“ hat den Indelicates auf diesem Weg binnen weniger Tage schon über 2000 Pfund eingebracht – das Studio für die Aufnahmen hat 5000 gekostet.

Alle Rechte verbleiben beim Künstler selbst. Jeder kann entscheiden, ob er sein Werk gleichzeitig auch woanders verkaufen möchte. So kauft man selbstredend zukünftig sicher keine Platten mehr von Künstlern, die man noch nie gehört hat, weil das richtige Plattenlabel Qualitätsgarant ist. Aber vielleicht muss man sich trotz aller Nostalgie von alten Hüten irgendwann tatsächlich einfach trennen, weil sie längst angefangen haben, muffig zu riechen.

Corporate Records ist „a record company that reflects, accepts and delights in the post-internet music market. We want our files shared. We want our data to flow freely. We believe in celebrating abundance rather than falsely manufacturing scarcity“, wie in dieser Pressemitteilung weiter ausgeführt wird:

http://docs.google.com/Doc?docid=0AWXM5KI1s9zhZGNzNnJod185NmZ6NjQ4Nmhn&hl=en&pli=1

http://corporaterecords.co.uk/whycorporate

kurz und knapp 2006

7. April 2010

http://www.facebook.com/group.php?gid=254430713041&ref=nf

Donnerstag Nacht, drei Uhr. Das kleine Zimmer ist verqualmt, auf dem Schreibtisch türmen sich leere Bier- und Sektflaschen, der Aschenbecher ist bis zum Anschlag gefüllt und über den Boden kullern kryptische Bleifiguren. Ein angebranntes Käsefondue steht in der Gegend rum und trägt eine eigene Geruchs-Note zu dem Abend bei. Es ist Silvester.

Ungefähr 20 Tanzwütige springen über Couch und Sessel und bewegen sich ausgelassen zu ohrenbetäubender Elektromusik, die aus der Anlage schallt. Am Ende des Zimmers, direkt neben dem Sektflaschenturm, steht ein Notebook. Zwei wild mit den Beinen wippende Partygäste stecken die Köpfe zusammen und spielen DJ. Doch statt über Turntables oder CD-Player, statt per i-Tunes-Playlist oder Mp3-Stick, kommt die Musik heute direkt aus dem Web. Circa zehn Tabs sind geöffnet und es warten verschiedenste Remixes darauf gespielt zu werden. Youtube-Dejaying könnte man dieses Phänomen taufen. Die Datenbank dieses Videoportals hat einfach mehr und vor allem aktuelleres zu bieten, als die Festplatte des Partygastgebers. Musik wird in dieser Nacht gestreamt. Von Youtube, genauso wie bei all den anderen Anbietern. Ob MySpace, LastFM oder Deezer, alle tragen etwas bei zum Silvestersoundtrack.

Und tatsächlich ist besagtes Streaming nicht nur eine Art der Musikrezeption, die Einzug gehalten hat auf verrauchte Privatparty, sondern eine gängige Methode Musik zu hören, es ist etwas Alltägliches. Laut einer britischen Studie der Marktforscher von Music Ally nutzen Kinder und Jugendliche heute immer weniger Tauschbörsen, um an ihre Musik zu kommen. Musik wird stattdessen direkt über Streaming- und Videoportale im Netz gehört. Bei einer Anwender-Befragung stellte sich heraus, dass die Zahl regelmäßiger Tauschbörsen-Nutzer von Dezember 2007 bis Januar 2009 um etwa ein Viertel zurückging. Besonders extrem ist die Entwicklung in der Altersgruppe zwischen 14 und 18 Jahren. Vor etwas über einem Jahr noch gaben 42 Prozent an regelmäßig Filesharing-Plattformen zu nutzen. Jetzt waren es nur noch 26 Prozent.

Ein wichtiger Grund für die Entwicklung besteht darin, dass viele User Songs herunterluden, die sie aus aktuellem Interesse nur ein oder ein paar Mal hören wollten. Nur warum sollte man Musik illegal downloaden, die ohnehin im Netz frei und immer verfügbar ist. Die Streaming-Seiten stellen hier im Vergleich die deutlich bequemere und auch schnellere Alternative dar. Auch die weitere Entwicklung ist abzusehen. Je weiter sich das Internet verbreitet, je leichter dem User der ständige mobile Zugang gemacht wird und je mehr der einzelne Anwender eigene Daten und Programme online abrufbar speichert, desto mehr wird sich auch die Musikrezeption in Richtung der Onlineportale verlagern. Die Musikindustrie freut sich an dieser Entwicklung, denn auf Seiten wie Youtube oder Last.fm sind die großen Plattenfirmen an den Werbeeinnahmen beteiligt.

Den Partygästen ist es egal, ob die Musik gestreamt oder downgeloaded ist. An die schlechte Mp3-Qualität hat man sich längst gewöhnt. Es ist sowieso vor allem laut. Am Neujahrstag finden sich einige der gespielten Tracks als Anhänge von Facebook-Pinnwand-Einträgen im Netz verlinkt wieder. Man erinnert sich. Doch so richtig nachhaltig ist der Musikkonsum über Streaming-Portale wohl nicht. Schnell und neu und aktuell, ja. Aber vieles bleibt ein einmaliges Hörvergnügen, vieles geht verloren, vor allem der Überblick.

Nach einer netten Party, saß ich noch mit ein paar Leuten zusammen, als ich gebeten wurde mal im Netz nach Fotos von einem der Freunde zu schauen, auf die er hingewiesen wurde. Diese könnten eventuell nicht unbedingt vorteilhaft für ihn sein. Gesagt getan, ich schaute für ihn bei Facebook nach, da er selber dort keinen Account hat. Er war echt verzweifelt, wegen dieses Hinweises und schlug weiter vor bei  Nachtagenten.de zu schauen. Ich ging also auch die Seite Nachtagenten.de und klickte auf die Rubrik „Events“. Kaum tat ich das,  blitzte ein Foto für gerade mal ein paar Millisekunden auf, das ich selber geschossen und für einen Artikel in einem privaten Blog verwendet hatte. Ich wusste nicht ganz ob ich gesehen hatte was ich meinte gesehen zu haben oder ob ich durch eine falsche Eingabe kurz auf jenem Blog gelandet bin, schliesslich kamen wir von einer Party. Als aber ich noch einmal auf  „Events“ klickte erschien dieses Foto wieder und es war klar, dass mich ich nicht vertan hatte. Es befand sich ein von mir geschossenes Bild auf der deren Seite, das ich dort nicht hochgeladen hatte und dem Anschein nach nicht von einem User eingestellt wurde.
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(Screenshot | Nachtagenten.de 20.09.2009)

Wir waren alle ein wenig amüsiert angesichts der Tatsache, dass Nachtagenten.de ein Dienst ist der u.a. seine „Agenten“ losschickt um Fotos auf diversen Veranstaltungen schiessen zu lassen. Somit müssten sie doch über ein beträchtliches Fotoarchiv verfügen. Und dann holen die sich einige ihrer Fotos einfach irgendwo aus dem Netz?
Einer meiner Bekannten, die neben mir saßen ist Fotograf und wir  unterhielten uns über die üblichen Vorgehensweisen für die  Nutzung von Bildern. Ich erzählte ihm das ich das Bild vor ca. fünf Jahren mit meiner Handykamera aus der ehemaligen Wohnung meiner Freundin geschossen und erst ein paar Tage vorher in dem Artikel verwendet habe. Ohne Wasserzeichen, Namen oder Hinweis auf Urheberrechte.
Also schrieb ich den Nachtagenten (via Account) eine Mail und vorderte sie auf, mir einfach zu schildern, in wieweit sie sich als „kommerzieller Service“, an Urheberrechte halten und wie sie Rechte bzw. Lizenzen für ihren Content einholen. Ich nehme an, dass die Nachtagenten sich über Werbeanzeigen finanzieren und somit als kommerziell anzuesehen sind. In diesem Fall hätten sie nämlich gegen ihre, für die User geltenden Nutzungsbedingungen verstossen.

Zitat: „Der Fotograf sichert zu, dass er das alleinige Urheberrecht und das Recht bzw. die Erlaubnis auf Veröffentlichung seiner Fotos besitzt. Allein der Fotograf ist für die Inhalte seiner auf Nachtagenten hochgeladenen Fotos verantwortlich.
[…]
Bilddatenbanken, Bildkataloge, kommerzielle Webseiten bzw. andere kommerzielle Produkte sind als kommerzielle und nicht eigenständige Werke anzusehen.“

Natürlich wies ich auch auf den Zweck hin, für den sie mein Foto verwendeten (Flashmobaufruf gegen die Schliessung der Clubs unter der Sternbrücke). Nichts desto trotz war ich neugierig auf eine Stellungnahme.
Ein paar Tage später kam dann auch die Antwort des Verantwortlichen. Dieser wies auf den nicht-kommerziellen Zweck des Aufrufs hin und da ich gelegentlich im Waagenbau freiberuflich tätig bin habe er sich weiter keine Gedanken gemacht. Ausserdem wusste er nicht, dass das Copyright bei mir liegt. Google hätte es ihm „ausgespuckt“ und man könne es natürlich entfernen, wenn ich ein Problem damit hätte.
Vielleicht sollte ich an dieser Stelle erwähnen das man sich aus dem Hamburger Nachtleben kennt, was ich aber erst aufgrund des in der Antwort des enthalten Absenders feststellte und mir so auch die Formulierung der Antwort erklären konnte.

Letztere war erwarteter Weise nicht sonderlich befriedigend ausgefallen, da ich mit „kommerziell“ nicht den Aufruf, sondern deren Seite meinte und ich selbstverständlich wusste das man sich mein Foto einfach aus dem Netz geholt hatte. In meiner Mail hatte ich schliesslich  auch erklärt, dass eine mögliche Absprache im Vorfeld hätte stattfinden müssen und ich das Bild für den, im Grunde genommen, selben Zweck, der mir sicherlich am Herzen liegt, verwendete. Allgemein wirkte es jedenfalls für mich so, als ob die Nachtagenten selber und nicht einer ihrer User das Foto hochgeladen hätte. Was sich ja auch bestätigte. Das angebotene Gespräch habe ich bisher nicht in Anspruch genommen und das Foto wurde inzwischen durch ein neues (Herkunft unbekannt) ersetzt.

Insgesamt finde ich es eher interessant  direkt zu erfahren was mit seinen „Erzeugnissen“ im Netz passieren kann. Die Vorstellung allerdings, dass das eigene Foto oder gar Abbild für Internetseiten bzw. Zwecke missbraucht wird mit denen man sich in keiner Weise identifizieren kann oder die genau entgegengesetzt der eigenen Absichten, Ansichten, Einstellungen oder Meinungen liegen (anders als in diesem Fall ! ) ist eine Horrorvorstellung. Es gab in meiner Familie einen solchen Fall, gegen den unbedingt gerichtlich vorgegangen werden musste. Übrigens Erfolgreich.

Das durch das Internet neue Ideen für die Nutzung von Musik, Fotografie, Texten, Film etc. gefragt sind und die alten Gesetze nicht mehr zeitgemäß sind, ist ebenfalls Thema des genannten Blogs. Die Nutzung, Verwertung und Verbreitung dieser Dinge durch Dritte im WWW wird allgemein  ja auch schon seit langem heiss diskutiert. Konzepte wie „Creative Commons“ sind, meiner Meinung nach, gute Ansätze um diese Problematik neu an zugehen. Auch für die Nachtagenten.