Ein echtes Original

27. März 2014

Der Wu-Tang Clan veröffentlicht geht mit einem Album auf Tournee, von dem es nur eine Kopie zu erwerben gibt …

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Der ganze Artikel

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Sven Regeners Wutrede

22. März 2012

Zitat:  „Eine Gesellschaft, die so mit ihren Künstlern umgeht, ist nichts wert“.

Die Diskussion geht weiter.

Sven Regners Wutrede

P.S. Dieser Beitrag ist allen gewidmet, die nach „Anti Gema“ googeln 😉

iPad Stunk zu Rosenmontag

20. Februar 2012

Wenn sich schon die Karnevalisten (auf der Kölner Stunksitzung 2012) des Themas iPad-Band/Orchesters annehmen, dann ist das vielleicht ein Indikator für irgendwas.  Leider fängt das Video erst  in der Mitte des Lieds an.

Copying a remix

18. Februar 2012

Zeit-Online hat  alle vier „Everything is a Remix“-Filme auf einer Seite zusammengeführt. Das ist eine Superidee, die ich gleich mal kopiere, ganz im Sinne des Erfinders.

 

 

 

Heute in den Statistiken gesehen, dass jemand mit folgender Suchanfrage auf unseren Blog kam: „ruf mir seiten auf auf welcher seite musik illegal runterladen kann„. Das spricht für sich. Das auch:

Aber am häufigsten wird nach „Anti Gema“ gesucht. Das spricht erst recht für sich.

PressPausePlay ist ein sehr interessanter Dokumentarfilm von David Dworsky & Victor Köhler, produziert von House of Radon, über den Zustand und die Zukunft des kreativen Prozesses in der digitalen Ära. Nicht nur über Musik, aber auch. Sehr lohnenswert, auch wenn ich manche Thesen bezweifeln und überprüfen möchte.

Eine resignative Provokation

Nein, ich hab Simon Reynolds neues Retromania-Buch noch nicht gelesen. Aber auch ohne die Lektüre treibt mich seit langem schon  der provokative(?), fatalistische(?), hilflose(?) Gedanke um, ob wir bald das Ende der Musikgeschichte erreicht haben. Und, nein, ich hab Fukuyamas Buch vom „Ende der Geschichte“  auch nicht gelesen, aber der Gedanke drängt sich auch so recht schnell auf, wenn man das aktuelle Musikgeschehen verfolgt und sich fragt, wo eigentlich das nächste neue Ding bleibt?  Und wenn man sich diese Frage schon seit einigen Jahren stellt, sie immer mal wieder mit Musikerkollegen und anderen Musikaficinados bespricht und diese auch nur ein Achselzucken als Antwort parat haben, dann liegt der Verdacht nahe,  dass da einfach nichts mehr passiert. Außer Retro natürlich, wobei die Retrowellen mittlerweile so schnell aufeinanderfolgen, dass sie sich schon selbst überholen und somit alle gleichzeitig ablaufen.  Aber das mit  einer so geringen Amplitude, dass man nicht mal mehr von „Wellen“ im eigentlichen Sinn sprechen kann. Von Wellchen vielleicht. Wie sie bei sanfter Brise auf der Alster die Wasseroberfläche kräuseln, sich gegenseitig durchdringen, aber keine eigentliche Richtung mehr erkennen lassen.

Was war eigentlich das letzte große Ding? Nun, wahrscheinlich wohl alles Technoide (als generischer Term gemeint). Da ist der Peak aber auch schon mind. 15 Jahre vorbei, wenn nicht sogar schon länger. Und was kam danach? Mir fällt nichts mehr ein. Man korrigiere mich, wenn ich mich irre. Aber große Hypes sind  eher schwer zu übersehen. (Wenn der Hype kommt ist der kreative Peak einer Welle natürlich schon lange wieder vorbei, aber sei’s drum.) Mal ganz naturwissenschaftlich gesprochen: Wenn 15 Jahre nichts mehr passiert, außer das immer wieder Stile recycelt werden, dann liegt es nahe, davon auszugehen, dass auch die nächsten  15 Jahre nichts passieren wird. Aber dann wird schon 30 Jahre nichts mehr passiert sein, so dass man erst recht davon ausgehen kann, dass auch danach nichts mehr passieren wird.  Und so weiter, ad infinitum. Und das wäre dann  das Ende der Musikgeschichte.

Was nicht heißt, dass keine Musik mehr gemacht wird. Quantenfluktuationen gibt es auch im Vakuum, wo aus dem Nichts immer wieder mal ein Elektron-Positron-Paar entsteht, einen kurzen wilden Hulatanz vollführt und dann in einer kleinen Strahlenwolke wieder verpufft. Aber das war’s dann auch. Um bei der Physik zu bleiben, da gibt es diesen verflixten Zweiten Hauptsatz der Thermodynamik,  der besagt, dass die Entropie nicht abnehmen kann. Was, salopp gesagt, ungefähr bedeutet, dass die Unordnung immer weiter zunimmt und das heißt wiederum auf die Musik übertragen:  Maximaler Pluralismus und Individualismus. Jeder Musiker  macht sein eigenes Ding und kocht sein ganz privates Stilsüppchen. Das kann zwar durchaus verschieden sein von dem aller anderen, ist aber gerade deswegen auf einer Metabene nicht mehr wirklich unterscheidbar. Jeder Musiker hat heutzutage alle Möglichkeiten, jeder kennt dank YouTube & Co alle Musik dieser Welt.  Alles kann verwurstet werden, es herrscht das ultimative Anything-Goes. Und damit geht dann gar nichts mehr.

Source: http://www.storyal.de/

Die Frage ist, wenn dem wirklich so ist (ein definitives Statement möchte ich nicht wagen, auch wenn vieles danach aussieht), wenn also das Ende der Musikgeschichte bevorsteht oder schon gar erreicht ist, woran liegt das? Ich sehe zwei Möglichkeiten: Zum einen wurde schon alles ausprobiert, man hat das ganze Spektrum vom simplen Shalala-Popliedchen über Double-Bass-Drum-Exzessen bis zu experimentellen  Lärmgewittern schon ausgelotet. Avantgardistisch-experimentelle Musik wie in den 60er und 70er gemacht wurden, muss man heute schon fast suchen. Im Popbereich ist Innovation sowieso schwer möglich, denn wenn man einen Hit haben will, darf man die Hitregeln nicht all zu sehr verletzen und da bleibt nur noch der Sound, an dem man drehen kann. Mit ungewöhnlichen Akkorden, Melodien und Metren kann im Pop nichts gerissen werden,  sonst ist man eben kein Pop mehr und landet im off, aber da tummeln sich dann auch schon viele. Doch der vielleicht wichtigere Faktor ist der, dass man heutzutage einfach alles an Musik kennen und erhalten kann. Durch das Internet ist fast jede Musik, die man sich vorstellen kann, vom abgenudelten Megahit bis zum exotischten Kuriosum nur noch einen Klick entfernt (bis auf die Beatles, die  Meister des Copyrights, aber die kennt man auch so zu genüge). Und deswegen ist das Wissen bei Musiker und Rezipienten ungleich größer als ehedem, denn die Musikgeschichte ist kumulativ, was einmal aufgenommen wurde, ist nicht mehr aus der Welt zu bringen, und das Internet mit seiner enormen Verfügbarkeit erschwert das Vergessen ungemein. Man kann nicht mehr nicht postmodern sein.  Die Unschuld ist dahin, da man als aktiver Musiker dieses großes Repertoirewissen haben kann und zudem davon ausgehen muss, dass das (potentielle) Publikum über dieses ebenfalls verfügt. Was bleibt, ist der oben angesprochene Invidiualismus,  der aber in toto aus Einzelelementen zusammengewürfelt ist, die alle schon seit langem kennen. Und das war’s dann. So sind alle doch wieder gleich, wie die Äpfel in einem Korb, jeder ein Unikum, jeder lecker und doch alles nur Äpfel. Genau das ist der Wärmetod der Musikgeschichte wie ihn der Zweite Hauptsatz vorhersagt.

Source: data5.blog.de

Da kann man natürlich auch mit einem verwunderten oder gelassenem oder genervten „Na und?“ reagieren. Warum brauchen wir denn unbedingt ein nächstes neues Ding? Stimmt, brauchen wir vielleicht auch gar nicht.