No More Heroes

2. März 2011

Wer hätte das gedacht. Das erfolgreichste Videospiel aller Zeiten ist von uns gegangen. Die Produktion von Guitar Hero, das Kind einer glücklichen Ehe zwischen der Gameschmiede Activision und der Universal Tochter Vivendi, ist im Februar 2011 eingestellt worden. Guitar Hero III spielte 2007 bis 2008 noch rund eine Milliarde Dollar im Verkauf ein und die Musikbranche, speziell die Universal Music Group, frohlockte ob der ungeahnten Möglichkeiten der Vermarktung ihres enormen Kataloges alter Rockmusik von Metallica bis Aerosmith, welche die interaktiven Musikformate ihnen auf einmal boten. Nun ist der Traum vorbei. Da beim Kauf des Spieles die Controller Gitarren mitgeliefert wurden und sich das ganze durch den Zukauf neuer Software-Ergänzungen finazieren sollte, wurde das Geschäft mit abnehmenden Verkaufszahlen sehr schnell defizitär und wurde ratz fatz abgesetzt.

 

Eine Quelle gibt’s hier.

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The Gamelatron

2. Juli 2010

À propos Musik Roboter, das Gamelatron ist das weltweit erste vollautomatische Gamelan Orchester. Erschaffen wurde dieser exotisch-filigrane Frankenstein von der League of Electronic Musical Urban Robots und dem Komponisten Zemi17: A. Taylor Kuffner. Die 117 Schlagarme werden per MIDI mit Ableton programmiert und gesteuert.

Gefunden habe ich das Wunderwerk auf dem tollen Dubspot Blog. Wer mehr wissen möchte, der klicke HIER.

Good Copy Bad Copy

25. Mai 2009

Break the LAW

STREAM UND DOWNLOAD HIER

In der aktuellen Debatte über das Copyright, Illegale Downloads und den oft besungenen Untergang der Muskindustrie kommt dieser exellente Dokumentarfilm daher und bietet so-mir-nix-dir-nix einen umfassenden Überblick über die aktuelle Lage von Copyright und Kultur. Interviewed werden eine ganze Reihe höchst relevanter und interressanter Personen von samplenden Künstlern über Powerplayern aus der Musik – und Filmindustrie bis zu Anwälten welche die Interressen letzterer vertreten und Professoren und Akademikern, die Konzepte für die Zukunft erforschen und entwickeln.

Der Film beginnt mit der Problematik des Samples in der Popmusik von heute am Beispiel von Girl Talk und Danger Mouse. Danach macht er einen Schwenk rüber zum Thema illegale Downloads und Bootlegs mit den Machern von Pirate Bay und Interviews im Bootleg-Markt von Moskau.

Nachdem nun die Spannungen zwischen Industrie, Künstler und Konsument auf den westlichen Märkten beleuchtet wurden, beginnt der für mich noch viel spannendere Teil des Films. Als Beispiel für die Filmindustrie wird die Situation in Nigeria und für die Musikindustrie der Markt in Nord Brasilien beleuchtet.

Was an diesen Ländern so interessant ist, ist die Tatsache, das beide Länder erstens sehr arm und zweitens die „Märkte“ sehr jung sind. Hier konnten sich neue Modelle und Strukturen entwickeln, da sich noch keine konservativen Krusten bilden konnten. Der Bootleg – und Schwarzmarkt ist in diesen Ländern eine allgegenwärtige Realität, die von Künstlern und Händlern nicht nur verstanden, sondern auch aktiv genutzt wird. Ausserdem gibt und gab es dort keine „alten“ Gesetze, die Entwicklungen hätten bremsen oder unmöglich machen können. Ein weiterer Punkt ist, dass die Armut von Anfang an Homeproduktion und generell billige Produktionsprozesse mit sich brachte. Daher haben die Menschen dort eine weit fortschrittlichere Umgehensweise mit dem Internet und dem digitalen Zeitalter, als die hiesige träge und behäbige Tonträgerindustrie.

Mir persönlich gefällt sehr gut, wie die Situation um die Pirate-Bay-Affäre beleuchtet wird und das man den Film auch exklusiv über Pirate Bay herunter laden kann. Runde Sache das…

PayPal Anarchie

27. April 2009


Bei meiner allmorgentlichen Kaffee/Blogsurf-Session bin ich auf diesen ganz interessanten Artikel gestoßen.

SOUND CARMA DOT COM

Ich finde die Idee, den Künstler direkt über PayPal zu bezahlen zwar ganz gut, den Labels – vor allem den Indies – allerdings würde dieses Modell wohl den letzten Dolch in den sowieso schon so geschundenen Rücken bohren. Merkwürdigerweise wird bei der aktuellen Diskussion die Arbeit und die sehr wichtige Rolle der Labels oft einfach unter den Tisch gekehrt. Als wolle man deren Untergang, oder so. Fakt ist : Kunst braucht Muse. Viele Künstler sind doch heilfroh, dass sie sich nicht um den ganzen Papierkrieg kümmern müssen, der da täglich so anfällt. Das Konzept der Arbeitsteilung zwischen Künstler und Kaufmann macht meiner Meinung nach durchaus Sinn. Wenn nun die „People formerly known as consumers“ den Künstler via PayPal direkt „bezahlen“, dann werden die Labels den Künstlern wohl in Zukunft ihre Dienstleistungen, ähnlich wie ein Steuerberater, einfach in Rechnung stellen. In diesem Fall wäre der Künstler „Chef“ und das Label „Angestellter“ des Künstlers, was zwar auf den ersten Blick eine Umkehr der heutigen Verhältnisse bedeuten würde, de facto aber nicht sehr viel ändern würde.

Anregend ist der Vorschlag allemal, nur darf man halt nicht vergessen, wie viele Menschen hinter einem Release hart arbeiten und das diese Menschen eben auch fair entlohnt werden müssen.