Anti Gema Petition

11. Juli 2009

Beim Versuch mich etwas vom Lernen abzulenken, bin ich auf das hier gestoßen:

Freitag endet die Frist einer Online-Petition gegen die Gema. Fast 100.000 Menschen haben schon unterzeichnet, sie fordern, das Handeln der Gema zu prüfen.

Initiert wurde das Ganze von Monika Bestle, Kulturhauschefin aus Sonthofen.

Text der Petition
Der Deutsche Bundestag möge beschließen…dass das Handeln der GEMA auf ihre Vereinbarkeit mit dem Grundgesetz, Vereinsgesetz und Urheberrecht überprüft wird und eine umfassende Reformierung der GEMA in Hinblick auf die Berechnungsgrundlagen für Kleinveranstalter, die Tantiemenberechung für die GEMA-Mitglieder, Vereinfachung der Geschäftsbedingungen, Transparenz und Änderung der Inkasso-Modalitäten vorgenommen wird.

Begründung
Das Ziel dieser Petition ist nicht die Abschaffung der GEMA, denn geistiges Gut ist schützenswert und die Künstler, sprich die GEMA-Mitglieder und Mitglieder anderer Verwertungsgesellschaften sollen zu ihrem Recht kommen.
Leider werden die GEMA-GESETZE weder der Musik im Allgemeinen und schon gar nicht der großen Mehrheit ihrer eigenen Mitglieder gerecht.

Zur Gebührenberechnung für Kleinveranstalter legt die GEMA folgende drei Punkte zu Grunde: Raumgröße, Höhe des Eintrittgeldes und GEMA-Pflicht für die gesamte Veranstaltung ab einem GEMA-pflichtigen Musikstück. Die durchweg zu hohen Gebühren zwingen Kleinveranstalter die Anzahl der Konzerte zu reduzieren. Viele veranstalten gar keine Konzerte mehr.

Dem gegenüber werden die Künstler-Tantiemen nach dem so genannten, hochkomplizierten Pro-Verfahren berechnet und der Hauptanteil der GEMA-Einnahmen landen in einem so genannten „großen Topf“.
Auch viele Künstler sind deshalb in ihrer Existenz bedroht:  zu wenig Auftrittsmöglichkeiten und zu geringe Tantiemen.

Auf Grund der so genannten „GEMA-Vermutung“ verpflichtet die GEMA die Veranstalter auch urheberrechtlich ungeschütztes Material zu melden, was mit einem erheblichen Arbeitsaufwand verbunden ist. Wenn ein Konzert nicht gemeldet wird, erhebt die GEMA eine so genannte Recherche-Gebühr von 100 % der festgelegten GEMA-Gebühren ohne vorherige Mahnung und ohne Kenntnis, ob GEMA-pflichtige Werke aufgeführt und ob dieses Konzert überhaupt stattgefunden hat.

All diese Probleme belasten die deutschlandweite Life-Kultur.
Die GEMA wird zunehmend vom „Kultur-Schützer“ zum „Kultur-Vernichter“.

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Wer bekommt noch einen Plattenvertrag?
Und wie wird man heutzutage als Band erfolgreich?

sellaband

Die Idee
Jede Band kann sich auf SellaBand.com kostenlos registrieren und eine eigene Seite mit 3 Demosongs einrichten. So genannte „Believer“ können Anteile an diesen Bands kaufen. Ein Anteil (Part) kostet 10$, sind 50.000$ zusammengekommen, geht die Band ins Studio und macht eine professionelle Aufnahme. Die Einnahmen der Cd werden zwischen der Band und ihren „Believern“ geteilt. Außerdem bekommte jeder Anteilträger nach höher ihrer Investitionen noch etwas geboten, von der signierten Cd bis zur Reise ins Studio. SellaBand finanziert sich über die Zinsen des der Anteile, die sich bis zur Aufnahme ansammeln. Bis zur Aufnahme sind alle eingestellten Demosongs für alle Nutzer verfügbar. Es wurde eine Partnerschaft mit der britischen Seite von Amazon.com eingegangen. Nunmehr zeichnet Amazon von jedem Künstler, der US$ 30.000 erreicht, 100 Parts und vertreibt die CDs über die eigene Seite. Außerdem gibt es soziale Netzwerke rund um Sellaband, so hat jeder Believer oder Artist die Möglichkeit sich auszutauschen. Inzwischen gibt es eine reihe von Seiten mit einem ähnlichen Konzept, z.B. formyband.com

Pros
– Jede noch so kleine Band hat die Möglichkeit, ihre Musik vorzustellen und hat die Chance eine professionelle Studioaufnahme zu bekommen.
– Die Believer nehmen an dem Prozess des Musikvertriebes direkt teil und haben einen Einfluss auf ihre Lieblingsband.
– Die Künstler behalten die Kontrolle über ihre Musik.
– Bisher haben 32 Musiker und Bands über die Website jeweils 50.000$ gesammelt.
– Zurzeit sind über 2 Millionen Dollar in Bands investiert.

Cons
– Es gibt Charts auf der Seite, wer bisher am meisten Geld gesammelt hat, wir mit hoher Wahrscheinlichkeit eher noch mehr bekommen, als die schlechter positionierten Bands.
– Die Bands müssen sich selber vermarkten, Sellaband rät dazu über Medien wie Facebook, Myspace usw. auf sich aufmerksam zu machen.
– Die Believer haben evtl. keinen guten Spürsinn für erfolgreiche Musik.
– Was passiert nach der Plattenaufnahme?
– Von 4.200 Künstlern haben es seit August 2006 erst 32 geschafft, die erforderlichen 50.000$ zu sammeln.

Die Popkomm fällt aus. Schuld sind natürlich die Musikpiraten!
Unzählige Milliarden Verluste beklagt die Musikindustrie  und begründet sie (unter anderen) mit den illegalen Downloads im Internet. Doch die Wirklichkeit sieht anders aus:
Probehören im Netz, also illegal downloaden und dann, wenn es einen gefällt, legal kaufen. Eine, wie ich glaube, weit verbreitete Praxis.
Eine norwegische Studie belegt:
Musikpiraten sind die größte Kundengruppe der legalen Download-Plattformen. Ihre Bereitschaft, für Musik zu bezahlen, sei zehnmal(!) höher als die derjenigen, die nicht in P2P-Tauschbörsen aktiv sind.
Außerdem zeigt die Studie: Wer illegal Musik aus dem Netz lädt, kauft im vergleich zu anderen auch mehr echte CD’s.
Schon 2006 zeigte eine kanadische Studie, dass die Nutzer von P2P-Plattformen mehr bezahlen, als die Plattenfirmen zugeben wollen. Rund 70 Prozent der Befragten gaben an, Musik gekauft zu haben, nachdem sie sie illegal heruntergeladen hatten.
Vielleicht ein wenig hoch die 70%, aber das Prinzip stimmt.

Musik besitzen?

24. Mai 2009

Wird das (illegale) Downloaden von Musik überflüssig?

Spotify heißt der Dienst, der zurzeit in vielen Musikblogs für Aufregung sorgt, der Startup aus Schweden wird von vielen Bloggern schon als “the next big thing” nach „youtube“ oder „Facebook“ gehandelt.
Für Benutzer in Deutschland ist der Musik-Dienst Spotify zwar größtenteils noch unbekannt, hat aber vor allem in Schweden und Großbritannien schon über 2 Millionen Nutzer.

Das Prinzip von Spotify ist eine Online-Musikbibliothek von zurzeit ungefähr sechs Millionen Titeln, gelagert auf schwedischen Servern, die legal und praktisch ohne Zeitverzögerung von angemeldeten Benutzern gehört werden können.
Durch die Auslagerung auf Server, den so genannten „Cloud Computing“ braucht man sich weder über Festplattenabstürze Gedanken machen, noch Angst haben, für illegale Downloads belangt zu werden. Jeder Benutzer kann sich seine eigenen Playlists zusammenstellen und praktisch von überall darauf zugreifen.

Wozu also noch die Festplatte mit wohlmöglich illegalen mp3s vollmüllen?

Mit einer Technik aus „peer-to-peer“ und „serverstreaming“ folgt Spotify dem Trend zum „Cloud Computing“, besitzt aber auch alle Vorteile einer Desktop-Musikanwendung ähnlich wie iTunes.

Die Idee dahinter ist eigentlich nicht neu und man kann sich fragen, was unterscheidet Spotify von anderen etablierten Internetradios wie zum Beispiel Last.fm?
Eigentlich nicht viel! Aber im Gegensatz zu Last.fm oder ähnlichen Diensten ist Spotify kein Soziales Netzwerk, es gibt außer der Möglichkeit, Playlists weiter zu geben, keinen Austausch zu anderen Nutzern. Spotify zielt vielmehr auf das persönliche, private Hören und versteht sich eher als eine digitale Platensammlung und nicht als ein Internetradio.

„INSTANT SIMPLE AND FREE!“
So wird Spotify angepriesen, das klingt soweit alles ganz gut, aber das Musikangebot ist mit 6 Millionen Titeln verhältnismäßig (noch) klein, die Beatles oder Metallica wird man bei Spotify vergeblich suchen, von vielen Künstlern gibt es nur die neuesten Alben zu hören und kleine unbekannte Interpreten sind überhaupt nicht zu finden.
Zu dem ist der kostenlose, über Werbung finanzierte Dienst von Spotify nur in wenigen Ländern verfügbar. In Deutschland gibt es nur den kostenpflichtigen Premium-Zugang für 10 Euro im Monat.
Auch muss man sich fragen, ob die Musikhörer bereit sind Gebühren wie beim Fernsehen zu bezahlen, oder aber alle paar Stücke eine 30-sekündige Werbepause in Kauf zu nehmen. Und: Wird sich Spotify bei zurzeit eher sinkenden Werbeeinnahmen und steigenden Serverkosten am Markt halten können?
Trotzdem könnte Spotify den Begriff des Musikbesitzes revolutionieren und eventuell eine Lösung im Kampf gegen die Musikpiraterie darstellen.

Zusammenfassend ist Spotify eine gute, aber nicht unbedingt neue Idee mit Ausbaupotential, besonders wenn der Dienst, wie geplant, auch auf mobilen Endgeräten verfügbar wird.