Wie allgemein bekannt sein dürfte befindet sich der bekannte Hamburger Club nahe der Uni in der Grindelallee. Vor einiger Zeit wurde das Nebengebäude bereits abgerissen, soll nun etwa auch das geliebte Logo dran glauben müssen?

Als ich das Gerücht hörte standen mir ja fast schon die Tränen in den Augen, hatte ich in dem Club, dessen Bühne durch eine ungemein nervige aber irgendwie ja auch kultige Säule unterbrochen wird, doch so manch erinnerungswürdigen Abend verbracht.
Abgesehen von der Markthalle respektive dem MarX gibt es in ganz Hamburg keinen Club in dem ich, und sicher auch manch anderer, mehr Metal-/Rock oder Punk- Bands gesehen habe. Dabei handelte es sich sowohl um Vertreter des Hamburger Undergrounds als auch bekannte Größen von Übersee.

Fest steht, es wäre ein echter Verlust für Hamburg, wenn der immerhin schon seit 1971 „rockende“ Club verschwinden würde. Laut Aussagen der Betreiber wird das aber zum Glück noch(!) nicht der Fall sein. Momentan wird nach einem Ausweichquartier gesucht, erst dann und auch nur wenn man ihnen zusichert in den Neubau integriert zu werden, würde das Logo das Feld räumen.

Ganz beruhigen kann mich dies allerdings nicht, denn auch wenn das Logo an derselben Stelle wieder aufgebaut wird, derselbe Club wird es danach wohl nicht mehr sein. Es ist doch beispielsweise recht fraglich ob die oben bereits erwähnte Säule dann wieder die Bühne, nun, nennen wir es einmal „verzieren“ wird.

Es bleibt aber zu hoffen das der Geist des Logos erhalten bleibt und sich dort in Zukunft weiterhin große und kleine Bands die Klinke in die Hand geben!

Ich habe neulich ein interessantes Bohlen-Interview bei Johannes B. Kerner gefunden. Darin geht es auch kurz um die „Zukunft der Musik“.

Bohlen sagt darin ganz deutlich, dass man heutzutage mit Plattenverkäufen kein Geld mehr verdienen kann – deswegen gehen jezt auch alle Künstler auf Tournee.

Ist ja eigentlich nix neues, aber die konkreten Zahlen die er nennt sind schon interessant:

Früher, so Bohlen, habe man am Tag 20.000 Platten verkaufen müssen um auf Platz 1 zu kommen. Wenn man heute hingegen nur 2.000 Platten pro Tag verkaufen würde, dann, so meint er, gehe man locker auf Platz 1. Weiter sagt Bohlen, wenn man heute 50 Platten am Tag verkaufen würde käme man schon locker in die Charts.

Ich bin ja wahrlich kein Bohlen-Fan, denn die „Musik“, die er mitunter so verbrochen hat, führt bei mir meist dazu, dass sich meine Fußnägel hochkrempeln, aber seine Einstellung zu den illegalen Downloads ist schon sympathisch.

Junge Menschen aufgrund von illegalen Downloads in die Nähe von Strafbarkeit zu rücken findet er „absoluten Schwachsinn!“

Die Industrie gäbe den Jugendlichen doch erst die Möglichkeiten das zu machen und würde an der Hardware auch mitverdienen. „…wir haben doch früher alle vor unseren Radios gesessen und die Hitparaden aufgenommen! Was machen die denn jetzt anders? Garnix! … du kannst doch den Leuten nicht sagen: hier ist ein Hammer! Aber jetzt hau den Nagel nicht in die Wand!“

Fazit:

Kerner: „Der Künstler soll also einfach seine Musik machen, die soll downgeloadet werden, dann hören es viele, dann geht er eben auf Tournee und wenn sich die Leute das live anhören wollen, dann kostet ne Karte € 45,- und dann holt er sich das Geld da ab.“

Bohlen: „So wird’s sein in der Zukunft!“

Wer es selber angucken möchte: z. B. hier und hier.

(was mach ich wohl genau jezt in 10 Jahren??? – naja – es könnte z.B. so aussehen:)

Samstag, 22.7.2019 – 23:21 Uhr

Ich bin vollkommen durchgeschwitzt. Die Show war anstrengend – ich bin halt auch nicht mehr der jüngste! Dabei hält es einen doch recht fit jeden Abend auf der Bühne den Clown zu machen, zumindest körperlich.

Geistig bin ich erschöpft. Immer kurz vorm Burnout … jeden Tag eine andere Stadt, doch davon sieht man nicht viel. Man hängt die meiste Zeit im Tourbus um rechtzeitig auf der nächsten Bühne anzukommen – Touren ist öde und langweilig – nur der Gig selber ist immer noch etwas besonderes. Dafür leben wir.

Sicherlich, das ging den Bands vor 10 Jahren auch schon so. Doch damals war der Druck noch nicht ganz so groß.

Seit die Musikindustrie sich selbst den Todesstoß versetzte ist aber die Tour (fast) die einzige Möglichkeit mit der Musik noch Geld zu verdienen.

Touren und Merch,- die Alben die man produziert sind reine Werbung.

Merch wird man auf Tour noch am besten los. Aufgekratzt vom Konzert kaufen die Kids halt am ehesten Shirts, Caps und was sonst so angeboten wird.

Die echten Nostalgiker unter ihnen nehmen auch mal unser neustes Album mit.

Tja ich vermisse die guten alten CDs (oder gar LPs!)- mit den neuen Tonträgern konnte ich mich nie so recht anfreunden. Diese ganzen „Chipheads“ sind mir auch nicht geheuer – sich mit 16 eine Datenbuchse in die Schläfe pflanzen? Musik direkt digital in das Gehirn laden? Das überlasse ich lieber der „Jugend von heute“.

Wenigsten die Hallen und Clubs in denen wir spielen haben sich in all den Jahren kaum geändert.

Ein Prinzip das heute genauso gut funktioniert wie früher. Ein paar Typen machen auf der Bühne Zirkus, und die Kids davor…. das ist der eigentliche Spaß. Wie ich schon sagte: dafür leben wir.

Was tun wenn CD-Verkäufe nix mehr einbringen? Na dann sucht man sich andere Einnahmequellen!

Das haben nicht nur die Plattenfirmen und Musiker inzwischen begriffen – auch die GEMA scheint darüber gestolpert zu sein!

So fordert die GEMA nun eine Beteiligung am letzten profitablen Sektor im Musikgeschäft: dem Geschäft mit Live-Musik.

Bislang müssen die Konzertveranstalter nicht allzuviel Umsatz an die GEMA abgegeben, bis 2014 möchte diese ihren Anteil an den Umsätzen der Konzertveranstalter aber deutlich steigern: 10 % der Einnahmen sollen dann an die Verwertungsgemeinschaft fließen.

Zur Zeit staffeln sich die Abgaben anch der Größe des Konzerts. So muss für Veranstaltungen mit bis zu 3.000 Zuschauern 1,9 % der Einnahmen an die GEMA fließen. Bei einer Show mit bis zu 15.000 Besuchern sind es 1,5%, darüber liegt man bei 3,6%.

Da diese Abgaben laut GEMA unangemessen niedrig seien, ist nun ein plus von 14% (bis 2014) geplant!

Jens Michow, Präsident des Bundesverbandes der Veranstaltungswirtschaft (idkv), bezeichnet dies als Wucher. Es ist wohl offensichtlich das die GEMA nur deshalb auf diese Erhöhung gekommen ist, weil die Einnahmen durch CD-Verkäufe stark eingebrochen sind.

Ein paar Beispiele: Während nach Angaben der Verbände die Autorenvergütung bei einem beispielhaften Rockkonzert mit 1.200 Besuchern und einem Eintrittspreis von 23 Euro bei rund 600 Euro liege, wolle die GEMA die Vergütung bis 2014 auf 2.580 Euro erhöhen. Bei einem Konzert mit 5.000 Besuchern und einem Durchschnittspreis von 45 Euro sollen es künftig 18.000 Euro statt wie bisher 3.370 Euro sein.

Ein Angebot des Verbandes für eine moderatere Erhöhung der Beteiligung, hat die GEMA abgelehnt.

Tja, Geld regiert die Welt,- auch die GEMA ist nur ein Wirtschaftsunternehmen.

Allerdings regt sich Widerstand:

Es wurde eine Petition beim deutschen Bundestag eingereicht, auf dass dieser die Abrechnungsmethode der GEMA überprüfe. Das Thema wird nur auf die Tagesordnung unseres Parlaments kommen, wenn bis 17. Juli 2009 – 50.000
Unterschriften zusammen kommen.

Am 14. Juni 2009 waren es knapp 3.500 Unterschriften. Sollte es nicht geschafft werden die 600% Erhöhung der GEMA Gebühren für Konzerte zu stoppen, werden weniger Clubs weniger Konzerte veranstalten wollen.

Hier der Link zur Petition:

https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=4517

🙂