The Death Of MySpace…

7. April 2010

Ist MySpace ein Auslaufmodell? Ist MySpace gar schon tot? Was ist mit dem Traum junger Bands und aufstrebender Musiker? Weltberühmt über Nacht, so hieß es, per MySpace in die Herzen und auf die Computerboxen der Webgemeinde… Die Geschichten hallen noch nach: Arctic Monkeys – waren das nicht die Jungs, die auf MySpace schon hunderttausende Fans hatten bevor überhaupt ein Plattenlabel auf sie aufmerksam geworden war? War diese englische Band nicht eine der ersten, die quasi an der Brust des Internet aufgezogen und von den ersten Web 2.0-Jüngern auf den Thron des Rock’n’Roll erhoben wurden? Ja, sie hatten es geschafft, denn damals hat MySpace noch den Takt angegeben, Trends geprägt und Träume geschaffen und dabei die Musikindustrie nicht unwesentlich gesteuert. Ist dieser Traum nun ausgeträumt?

Das Phänomen lebt natürlich weiter. Es ist ja nicht so, dass die jungen Musikfans auf einmal wieder in die Plattenläden rennen würde um dort für ehrliches Geld CDs und Platten zu erstehen. Das Internet als Musikabsatzmarkt boomt mehr denn je. Ob kommerziell oder illegal: Musik wird im Netz konsumiert. Zwar werden die Songs der angesagten Musiker heute nicht mehr besessen, sondern geteilt.  Es wird immer weniger „downgeloaded“ und stattdessen „gestreamt“ und „gebroadcastet“, doch stattfinden tut Musik immer noch auf den entsprechenden Portalen in den Weiten des Internets. Immer seltener steht dabei allerdings MySpace im Fokus.

MySpace hat heute vor allem eine Funktion: Es bietet Künstlern und möchtgern Künstlern freien Webspace und eine Plattform zur Selbstdarstellung. Natürlich hat heute immer noch jeder der etwas auf sich hält eine MySpace-Seite – zumindest jeder Musiker. Die Profile lassen sich „customizen“ und individuell nach den Vorlieben des Users gestalten. Viel leichter als eine eigene Homepage und billiger. Dies ist eine Stärke von MySpace und gleichzeitig eine Schwäche, denn so wird das ohnehin komplizierte MySpace immer unübersichtlicher. Wie soll sich denn der interessierte Musikfan bei dieser Vielfalt noch entscheiden, wie findet man sich hier überhaupt zurecht? Immer mehr Konsumenten sparen sich die ungemütliche Suche und begeben sich vertrauensvoll in die Hände eines Webradios ihrer Wahl. Auf die Profilseiten bei MySpace verirrt sich der geneigte User erst wieder, wenn ihm die entsprechende Musik über andere Kanäle zu Gehör gekommen ist. Wenn der Künstler also schon einen gewissen Bekanntheitsgrad hat.

Einen internen MySpace-Kosmos gibt es kaum noch. Als Socialnetwork ist MySpace tot, längst durch die Facebooks und LastFMs dieser Welt abgelöst. Die 5000 mühsam „geaddeten“ Fans – nichts mehr wert, die letzten zehn Kommentare auf der Profilseite – nur Werbung. Liest sowieso keiner, ist ja keiner da! MySpace ist ein Geisterdorf und bündelt eine schier unglaubliche Fläche an totem Webspace. Last Login: März 2009!

MySpace hängt am Tropf der Künstler. Die Plays und Profilaufrufe der Lady Gagas und Kings Of Leons sichern das Überleben des Geisterdorfs. Um den Traum vom Rock’n’Roll 2.0 leben zu können werden allerdings die Kleinen ihren Platz räumen und in andere Gefilde des Internets tauchen. Facebook heißt sie gerne willkommen!

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2 Responses to “The Death Of MySpace…”

  1. Klaus Frieler Says:

    Tja, wann dann wohl Facebook und Twitter das Zeitliche segnen…:-) Bytheway: Kann sich noch jemand an Geocities erinnern?!

  2. jonas1999 Says:

    ja geocities 🙂

    ich frage mich eigentlich seit ich bei myspace angemeldet bin, warum es so schlecht ist und vor allem bleibt.

    facebook hat sich in meinen augen einen ganz enormen vorsprung auf technischer seite erarbeitet und entwickelt sich auch konstant weiter. vor allem die benutzerführung ist um lichtjahre besser. myspace war ja nicht als musikplattform geplant, insofern kann man ein wenig anfängliches chaos verstehen – aber das garnichts entwickelt wird????

    die antwort muß in der strategie von irgendwelchen investoren liegen, die lieber auspressen als weiterentwickeln – wenn das einer versteht, oder mit zahlen belegen kann, dann würde mich das ersthaft interessieren (ein bwl-nebenfächler vielleicht??).


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