James Dean 3.0

8. Januar 2010

Die Hamburger Indierock-Ritter THE KNIGHTS holen aus zum nächsten Ritterschlag. Zu ihrem Song „James Dean“ gibt seit einigen Monaten in den einschlägigen Web-Portalen bewegte Bilder zu sehen. Ein Hochglanz-Videoclip, der Musik mit Mode verknüpft und zeigt, wie das Internet den kleinen Bands auf die große Bühne verhelfen kann. Das Video bricht mit Konventionen des Musikfernsehens und inszeniert Musik und Band modern im internetgeprägten Gewand des 21. Jahrhunderts. Interaktiv und kreativ.

Es sind Zeiten in denen die erste große Bühne nicht mehr aus Brettern gezimmert ist, sondern aus Blogs und Videoportalen besteht, in denen junge Bands oft mehr Zeit bei MySpace verbringen als im Proberaum. Zeiten, in denen Vermarktungstalent und Promotionkenntnisse fast genauso wichtig sind wie gute Songs. In dem Musikvideo werden diese Entwicklungen skizziert und es finden sich immer wieder Anspielungen auf jene Internetportale, die die heutige Musikrezeption so entscheidend prägen. Das Video springt  von Perspektive zu Perspektive, zeigt wie die Band in einem Loft, in einer Tiefgarage und auf einer Modenschau rockt. Darüber hinaus springt das Video auf dramaturgischer Ebene, wechselt zwischen Einstellungen, die der einfachen Realität des Musikclips entsprechen und Momenten, in denen sich das Geschehen gewissermaßen selbst zitiert. Sequenzen des Clips werden da in Form von Youtube-Videos dargestellt oder als Teil eines Internetblogs abgebildet.

Neben der Thematisierung des Internets im allgemeinen, wie es Einfluss hat auf die Musikrezeption, genauso wie auf die Musikproduktion, ist besonders der Aspekt der Interaktivität spannend. Natürlich erweckt das Musikvideo nur den Schein von Interaktivität. Der Zuschauer kann nicht wirklich Einfluss nehmen auf das Geschehen des Clips. Das Video ist in diesem Zusammenhang eine Art Attrappe, die einen Vorgeschmack gibt, wie Musikvideos in Zukunft funktionieren könnten. Videos mit einer individualisierten Optik, mit wechselbaren Kameraeinstellungen, bei denen der Rezipient nach seinem persönlichen Geschmack zwischen Perspektiven wechseln kann, quasi selber Regie führt über den Clip.

Zum Abschluss noch ein Geständnis: ja, dieser Blogeintrag ist Eigenwerbung. Ich spiele Gitarre in jener Band, deren Video an dieser Stelle zu ein paar Zeilen motiviert hat.
Und so viel sei verraten wir haben weder eine Plattenfirma im Rücken, noch das Budget um solch ein Video selbst zu finanzieren. Tatsächlich gehört ein bisschen PR-Geschick dazu und viel Glück die richtigen Leute zu treffen, so dass man sich am Ende in Hochglanz auf Film konserviert betrachten darf. Unser Kameramann Felix Storp, stand beispielsweise auch hinter der Kamera für die aktuellen Musikclips von „Udo Lindenberg“, „Nena“ und „Ich und Ich“! Glück muss man haben…

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One Response to “James Dean 3.0”


  1. Hello just thought i would tell you something.. This is twice now i’ve landed on your blog in the last 2 days searching for totally unrelated things. Spooky or what?


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