Aufbruch in neue Klangwelten?

12. Dezember 2009

Mit einer neuartigen Tastatur sollen dem Musiker mehr Klänge an die Hand gegeben werden, als es mit normalen Keyboards möglich ist. So soll es möglich werden ungewöhnliche Intervalle und Skalen zu spielen, von Oberton- zu Untertonreihen zu wechseln und additive Klangsynthese per Tastendruck zu steuern. Ein Patent dafür ist auch schon angemeldet, allerdings hat es noch keiner gebaut, und man muss sich darüber im Klaren sein, dass  hier „nur“ eine Idee für eine Tastatur vorgestellt wird; wie man den oder die dazugehörigen Klangerzeuger ansteuert müsste man sich auch noch ausdenken.

So wie ich das verstehe, wird hier mit der Tastatur kein weiterer Vorschlag zur Oktavteilung angeführt, sondern die 12 Töne pro Oktave der wohltemperierten Stimmung sollen mit 4 weiteren Tonhöhen zwischen den Tönen aufgefüllt werden. Wie das mit den Cents und der Mikrochromatik alles hinhauen soll, habe ich jetzt auch noch nicht so ganz verstanden, aber auf der Website heißt es, dass mittels Tastensystem „rechnerisch komplizierte Intervalle mit absoluter Genauigkeit hörbar“ gemacht werden, und dies eine Idee für eine neuartige Tastatur sei, die „auch für die Musikwissenschaft von großem Interesse sein dürfte…“. Tatsächlich stellt sich die Frage, ob die Ohren in unserem Kulturkreis mit feineren Intervallteilungen überhaupt etwas anfangen können.

Interessant finde ich auch die Vorstellung, additive Klangsynthese per Tastenanschlag steuern zu können. Vielleicht könnte das ja neuartig klingen, oder vielleicht würde es zu einer neuen Spielweise führen, die dann altbekannte Sounds frischer macht. Da könnte man sich doch auch einen etwas einfacheren Controller vorstellen, mit dem man während des Spielens in die Struktur der Klangsynthese eingreifen kann. Das fände ich schon spannend. Vielleicht als Effekt? Oder gibt es dass schon und klingt unspektakulär?

Nicht gerade hip, trotzdem mit Future: www.newkeyboard.de