all 2gether now

2. September 2009

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Die popkomm ist tot – lang lebe die popkomm. Das mag der Zweifler angesichts dieser Nachricht denken. Allerdings ist der alternative Musikindustrie-Messe die unter dem programmatischen Namen „all 2gether now“ firmiert zumindest ein sinnvollerer und engagierterer Ansatz zuzugestehen.

Vom 16. bis zum 18. September soll in Berlin eine Zusammenkunft von Menschen aus den verschiedensten Bereichen der Musikindustrie stattfinden, um Gedanken und Meinungen über die Zukunft der Musik (hah!) und deren Vermarktung auszutauschen.

Näheres hierzu auf der nächsten Seite.

Die zugehörige Internetseite stellt a2n gar als weiterreichende Plattform für Kommunikation und Realisierung von neuen Formen des Musikvertriebs dar, das vordergründige Interesse liegt für uns aber wohl in der anstehenden Veranstaltung.

Aufgeteilt wird das ganze in das #camp und die #conference, wobei das am 16. und 17. stattfindende #camp als ein zweitägiges Treffen aller Bereiche der Musikindustrie das Wochenende eröffnet. Hier soll in verschiedenen Workshops und Projekten auf gleicher Augenhöhe zwischen Künstlern, Labels, Vertrieben usw. über Lösungen der aktuellen Verkaufs-Krise gesprochen werden als auch eine Kennenlern- und Vernetzungs-Plattform geboten werden.
So sind Sessions zu den Themen Verwertungsgesellschaften, Urheberrechtsreform, Online-Vertrieb und vielem mehr angesetzt. Die Erarbeitung eines generellen Thesenpapiers zur „Zukunft der Musik“ (again) steht als ein Ziel des #camps.

Im Anschluss daran soll am 18.09. eine abschliessende #conference stattfinden, in der die vorherrschenden Themen und Ideen des #camps sowie das Thesenpapier nochmals in Form von Vorträgen vorgestellt werden. Auch sind hier diverse mehr oder weniger namenhafte Referenten aus der Musikbranche angekündigt.

Eine meiner Meinung nach sehr erfreuliche Entwicklung, die eine strukturierte und sinnvolle Alternative bzw. Nachfolge zur popkomm darstellt, die ja zuletzt zu einem reinen Vergnügungsspektakel ohne echte Inhalte verkommen war. Auch gut das sich dieses Modell gegenüber der erst aufgekommenen Idee der #unkomm durchgesetzt hat, da sich auf der a2n die Chance bieten sollte, tatsächlich über Musik und die Probleme des Musikvertriebs und damit der Musikschaffenden nachzudenken und sich auszutauschen.
Der kosumierende Anteil der pokomm wird parallel am selben Wochenende in das zugehörige Festival #cloud ausgegliedert.

Ein Interview mit Tim Renner, ehemals Chef von UMG, Gründer von Motor Music und einer der Initiatoren der a2n findet sich auf bonedo.de.

Eintrittspreis für alle drei Tage beträgt 50€, für die #conference alleine 35€.
Meiner Meinung nach stolze Preise, vor allem wenn man die Liste der auf der Seite vertretenen Sponsoren in Betracht zieht.

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3 Responses to “all 2gether now”

  1. digiom Says:

    kleine anmerkung: es ging auch bei #unkomm nie darum, ein event zu schaffen, dass es ausschließt „über Musik und die Probleme des Musikvertriebs und damit der Musikschaffenden nachzudenken und sich auszutauschen.“ ganz im gegenteil. #unkomm ist letztlich das, was menschen mit anliegen daraus machen – insofern ist a2n auch #unkomm. siehe auch das demnächst erscheinende a2n booklet.

  2. Philip Meckseper Says:

    mir war in erinnerung geblieben, das zwar ein paar allgemeinplätze eingefügt waren, konkret aber in erster linie von einem dezentrales musik-festival/happening die rede war.

    tut mir leid wenn ich da etwas falsch dargestellt habe, jemandem eine böse, etwas ausschliessende motivation zu unterstellen war bestimmt nicht meine absicht.

    umso besser wenn sich daraus etwas so konkretes entwickelt hat. sind wir halt alle #unkomm 🙂

  3. Philip Meckseper Says:

    gerade in auf der mopo-seite entdeckt:

    Popkomm 2010 wieder in Berlin?

    Berlin – Nach dem Ausfall der Musikmesse Popkomm 2009 rechnet die Berliner Messegesellschaft fest mit deren Rückkehr 2010 nach Berlin. Mitte Juni war die diesjährige Popkomm wegen zu geringer Anmeldezahlen und aus Protest gegen Internetpiraterie abgesagt worden.

    «Die Popkomm kommt 2010 wieder», sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung der Messe Berlin, Raimund Hosch, dem «Tagesspiegel». «Das neue Konzept liegt vor und wird mit allen Entscheidungsträgern diskutiert.»

    Der Geschäftsführer des Bundesverbandes Musik, Stefan Michalk, bestätigte der Deutschen Presse-Agentur dpa entsprechende Pläne. «Wir wollen die Popkomm 2010 wieder in Berlin veranstalten», sagte Michalk am Donnerstag.

    Mit der ursprünglich vom 16. bis 18. September geplanten Popkomm verlor die Branche eine ihrer wichtigsten Messen in diesem Jahr. Außer der Ausstellung wurden auch der Kongress und das Musikfestival abgesagt.


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