the millenium loop

17. Juni 2009

the millenium loop


wenn man von „the future of music“ spricht, meint man damit womöglich etwas abstraktes. beispielsweise redet man über DEN HÖRER, DIE INDUSTRIE, DIE GESELLSCHAFT, DEN STAAT oder ähnliches. es gibt jedoch schon die musik der zukunft. im wahrsten sinne des wortes. der brite jem finer entwickelte mit u.a. brian eno und dem künstlerkonglomerat artangel und anderen den „longplayer“. dies ist ein 1000 jahre lang spielendes musikstück ohne wiederholungen. derzeit wird es von einem computer seit dem 31. 12.1999 abgespielt und wird bis 2999 spielen und dann von vorne anfangen. es sind tibetanische „singing bowls“ die aufgenommen und nun in einem 6er pattern abgespielt werden. durch eine matschematische berechnung gibt es keine wiederholungen. es gibt von jem finer auch konzepte zur umsetzung mit beispielsweise mehreren riesigen plattenspielern, welche zwei tonarme besitzen (welche automatisch zu einem bestimmten punkt springen können) oder auch zu einer menschlichen aufführung, diese soll das erste mal am 12.9.2009 in london stattfinden. hörbar ist die der „longplayer“ übers internet und im

Lighthouse Trinity Buoy Wharf, 64 Orchard Place, London E14 0JW

für die, die mal hinfahren möchten. dort ist die longplayer-anlage auch installiert und läuft seit 1999. für die zukunft ist auch eine übertragung ins radio geplant, so dass – egal was auch passiert – das musikstück fortgeführt wird. denn radio sei eine viel einfachere und sicherere methode zur akustischen übertragung als internet, so jem finer. der hintergrund dieser installation ist jedoch kein musikalischer oder musikwissenschaftlicher, vielmehr ein kosmologischer, physikalischer und philosophischer. strukturen des longplayer-stücks sind zurückzuführen auf beispielsweise architektur, engineering, religion, landschaftsbau, kommunikationstechnologie und andere und wurden durch fachleute mitentwickelt und in das musikstück eingebettet. man könnte es fast als ein menschlichen fingerabdruck in form eines 1000jährigen musikstücks sehen.

die einrichtung finanziert sich über spenden und donatoren.

interessant, oder?

wer darüber mehr erfahren möchte oder mal reinhören möchte, besuche doch bitte www.longplayer.org.

Live-Stream hier.

beste grüsse, b.k. 17.6.2009

Advertisements

2 Responses to “the millenium loop”

  1. Klaus Frieler Says:

    Da kann ich nur sagen: Sehr schön! Vielen Dank für’s posten! Das ist wirklich im wahrsten Sinne des Wortes Musik für die Zukunft… Da fällt mir natürlich das John Cage Stück in Halberstadt ein, dass aber nur 639 Jahre dauern soll…
    http://www.john-cage.halberstadt.de/

  2. Klaus Frieler Says:

    Noch ein Tipp: Den Livestream von Longplayer öffnen und dann auf der Cage-Halberstadt-Webseite zu „CD-Töne“ wechseln, passt hervorragend! Für den ganz besonderen Trip…


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: