Go, sign yourself!

19. April 2010

Simon Clayton und Julia Clark-Lowes hatten eigentlich alles erreicht, wovon Musiker träumen: Sie hatten einen Plattenvertrag, tourten mit ihrer Band The Indelicates in Europa und den USA, spielten als vielversprechender Newcomer auf dem South by Southwest in Texas. Ihr erstes Album „American Demo“ erntete gute Kritiken, sie eröffneten eine gesamte Europatournee für Art Brut, alles lief blendend an. Doch das Album verkaufte sich nicht so recht, die Touren deckten gerade so eben die Reisekosten und mussten mit den Alltagsjobs der Bandmitglieder koordiniert werden, die aufzugeben sie sich nicht leisten konnten. „Wir hatten ohnehin nicht damit gerechnet, mit unserer Musik reich zu werden“, erzählt Simon, „aber wir haben schlicht gar nichts damit verdient.“ Das kann man auf die rückläufigen Plattenverkäufe im Allgemeinen schieben, doch so einfach machten es sich die Indelicates nicht. Sie forschten nach den Hintergründen.

Das Ergebnis war frustrierend: Fast die gesamte Promotionsarbeit für das Album hatten die beiden selbst in die Hand genommen, weil ihre Plattenfirma sich offenbar nicht recht dafür einsetzen wollte. Ausgerechnet zum Weihnachtsgeschäft stand das Album in ihrem Heimatland England nicht in den Plattenläden. Sie blieben weit hinter ihren Möglichkeiten zurück – und es war nicht einmal ihre eigene Schuld.

Sie verhandelten mit dem Label. Sie baten darum, aus dem Vertrag entlassen zu werden. Der Alptraum vieler junger Bands, die gerade ihr Debut veröffentlicht haben und am Zweitwerk arbeiten, wurde ihr Primärziel: gedroppt werden.

Die Aufnahmen des zweiten Albums finanzierten sie aus eigener Tasche. Der ständige Kontakt mit Fans und Freunden über Facebook, Twitter und die Band-Website half dabei. Simon und Julia gingen neue Wege. Sie dachten sich ungewöhnliches Merchandise aus. Sie kochten „Indelicates-Fudge“ und verschickten die Süßigkeit in hübschen, handgefertigten Verpackungen. Sie veröffentlichten ein Buch mit alten Gedichten, Songtexten und Liner-Notes zum ersten Album. Gedruckt wurde die erste Auflage vom Geld der Käufer, die gerne ein bisschen länger auf die Lieferung warteten als gewohnt.

Nun ist “Songs for Swinging Lovers” fertig. Sie mussten sich vor keinem A&R rechtfertigen, keine Single produzieren, sich von niemandem reinreden lassen. Für die Veröffentlichung haben sie ihr eigenes Label gegründet: Corporate Records. Die Idee dahinter ist folgende: Signen kann man sich bei Corporate Records selbst. Man lädt seine Musik und sein persönliches Artwork hoch, verbreitet dies bei Freunden und in Foren, verlinkt direkt von Myspace- und Facebookprofilen, macht seine eigene Werbung. Für diejenigen, denen es unangenehm ist, sich selbst über den grünen Klee zu loben, gibt es einen Promozettel-Generator auf der Seite, der, mit ein paar Informationen gefüttert, ein Loblied auf das eigene Werk ausspuckt, das in Punkto Beliebig- und Belanglosigkeit den Waschzetteln bekannter Plattenfirmen locker das Wasser reichen kann – nur einer von vielen humorvollen Seitenhieben gegen die alte Industrie.

Pro Song oder Album kann man einen Preisvorschlag angeben, aber im Großen und Ganzen entscheidet der Käufer, was ihm die Kunst wert ist. „Songs For Swinging Lovers“ hat den Indelicates auf diesem Weg binnen weniger Tage schon über 2000 Pfund eingebracht – das Studio für die Aufnahmen hat 5000 gekostet.

Alle Rechte verbleiben beim Künstler selbst. Jeder kann entscheiden, ob er sein Werk gleichzeitig auch woanders verkaufen möchte. So kauft man selbstredend zukünftig sicher keine Platten mehr von Künstlern, die man noch nie gehört hat, weil das richtige Plattenlabel Qualitätsgarant ist. Aber vielleicht muss man sich trotz aller Nostalgie von alten Hüten irgendwann tatsächlich einfach trennen, weil sie längst angefangen haben, muffig zu riechen.

Corporate Records ist „a record company that reflects, accepts and delights in the post-internet music market. We want our files shared. We want our data to flow freely. We believe in celebrating abundance rather than falsely manufacturing scarcity“, wie in dieser Pressemitteilung weiter ausgeführt wird:

http://docs.google.com/Doc?docid=0AWXM5KI1s9zhZGNzNnJod185NmZ6NjQ4Nmhn&hl=en&pli=1

http://corporaterecords.co.uk/whycorporate

kurz und knapp 2006

7. April 2010

Nach einer netten Party, saß ich noch mit ein paar Leuten zusammen, als ich gebeten wurde mal im Netz nach Fotos von einem der Freunde zu schauen, auf die er hingewiesen wurde. Diese könnten eventuell nicht unbedingt vorteilhaft für ihn sein. Gesagt getan, ich schaute für ihn bei Facebook nach, da er selber dort keinen Account hat. Er war echt verzweifelt, wegen dieses Hinweises und schlug weiter vor bei  Nachtagenten.de zu schauen. Ich ging also auch die Seite Nachtagenten.de und klickte auf die Rubrik “Events”. Kaum tat ich das,  blitzte ein Foto für gerade mal ein paar Millisekunden auf, das ich selber geschossen und für einen Artikel in einem privaten Blog verwendet hatte. Ich wusste nicht ganz ob ich gesehen hatte was ich meinte gesehen zu haben oder ob ich durch eine falsche Eingabe kurz auf jenem Blog gelandet bin, schliesslich kamen wir von einer Party. Als aber ich noch einmal auf  “Events” klickte erschien dieses Foto wieder und es war klar, dass mich ich nicht vertan hatte. Es befand sich ein von mir geschossenes Bild auf der deren Seite, das ich dort nicht hochgeladen hatte und dem Anschein nach nicht von einem User eingestellt wurde.
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(Screenshot | Nachtagenten.de 20.09.2009)

Wir waren alle ein wenig amüsiert angesichts der Tatsache, dass Nachtagenten.de ein Dienst ist der u.a. seine “Agenten” losschickt um Fotos auf diversen Veranstaltungen schiessen zu lassen. Somit müssten sie doch über ein beträchtliches Fotoarchiv verfügen. Und dann holen die sich einige ihrer Fotos einfach irgendwo aus dem Netz?
Einer meiner Bekannten, die neben mir saßen ist Fotograf und wir  unterhielten uns über die üblichen Vorgehensweisen für die  Nutzung von Bildern. Ich erzählte ihm das ich das Bild vor ca. fünf Jahren mit meiner Handykamera aus der ehemaligen Wohnung meiner Freundin geschossen und erst ein paar Tage vorher in dem Artikel verwendet habe. Ohne Wasserzeichen, Namen oder Hinweis auf Urheberrechte.
Also schrieb ich den Nachtagenten (via Account) eine Mail und vorderte sie auf, mir einfach zu schildern, in wieweit sie sich als “kommerzieller Service”, an Urheberrechte halten und wie sie Rechte bzw. Lizenzen für ihren Content einholen. Ich nehme an, dass die Nachtagenten sich über Werbeanzeigen finanzieren und somit als kommerziell anzuesehen sind. In diesem Fall hätten sie nämlich gegen ihre, für die User geltenden Nutzungsbedingungen verstossen.

Zitat: “Der Fotograf sichert zu, dass er das alleinige Urheberrecht und das Recht bzw. die Erlaubnis auf Veröffentlichung seiner Fotos besitzt. Allein der Fotograf ist für die Inhalte seiner auf Nachtagenten hochgeladenen Fotos verantwortlich.
[...]
Bilddatenbanken, Bildkataloge, kommerzielle Webseiten bzw. andere kommerzielle Produkte sind als kommerzielle und nicht eigenständige Werke anzusehen.”

Natürlich wies ich auch auf den Zweck hin, für den sie mein Foto verwendeten (Flashmobaufruf gegen die Schliessung der Clubs unter der Sternbrücke). Nichts desto trotz war ich neugierig auf eine Stellungnahme.
Ein paar Tage später kam dann auch die Antwort des Verantwortlichen. Dieser wies auf den nicht-kommerziellen Zweck des Aufrufs hin und da ich gelegentlich im Waagenbau freiberuflich tätig bin habe er sich weiter keine Gedanken gemacht. Ausserdem wusste er nicht, dass das Copyright bei mir liegt. Google hätte es ihm “ausgespuckt” und man könne es natürlich entfernen, wenn ich ein Problem damit hätte.
Vielleicht sollte ich an dieser Stelle erwähnen das man sich aus dem Hamburger Nachtleben kennt, was ich aber erst aufgrund des in der Antwort des enthalten Absenders feststellte und mir so auch die Formulierung der Antwort erklären konnte.

Letztere war erwarteter Weise nicht sonderlich befriedigend ausgefallen, da ich mit “kommerziell” nicht den Aufruf, sondern deren Seite meinte und ich selbstverständlich wusste das man sich mein Foto einfach aus dem Netz geholt hatte. In meiner Mail hatte ich schliesslich  auch erklärt, dass eine mögliche Absprache im Vorfeld hätte stattfinden müssen und ich das Bild für den, im Grunde genommen, selben Zweck, der mir sicherlich am Herzen liegt, verwendete. Allgemein wirkte es jedenfalls für mich so, als ob die Nachtagenten selber und nicht einer ihrer User das Foto hochgeladen hätte. Was sich ja auch bestätigte. Das angebotene Gespräch habe ich bisher nicht in Anspruch genommen und das Foto wurde inzwischen durch ein neues (Herkunft unbekannt) ersetzt.

Insgesamt finde ich es eher interessant  direkt zu erfahren was mit seinen “Erzeugnissen” im Netz passieren kann. Die Vorstellung allerdings, dass das eigene Foto oder gar Abbild für Internetseiten bzw. Zwecke missbraucht wird mit denen man sich in keiner Weise identifizieren kann oder die genau entgegengesetzt der eigenen Absichten, Ansichten, Einstellungen oder Meinungen liegen (anders als in diesem Fall ! ) ist eine Horrorvorstellung. Es gab in meiner Familie einen solchen Fall, gegen den unbedingt gerichtlich vorgegangen werden musste. Übrigens Erfolgreich.

Das durch das Internet neue Ideen für die Nutzung von Musik, Fotografie, Texten, Film etc. gefragt sind und die alten Gesetze nicht mehr zeitgemäß sind, ist ebenfalls Thema des genannten Blogs. Die Nutzung, Verwertung und Verbreitung dieser Dinge durch Dritte im WWW wird allgemein  ja auch schon seit langem heiss diskutiert. Konzepte wie “Creative Commons” sind, meiner Meinung nach, gute Ansätze um diese Problematik neu an zugehen. Auch für die Nachtagenten.

WMG_logo_00youtube

Das Videoportal Youtube hat sich nach Monaten mit der Warner Music Group über die Lizensierung von Musikvideos geeinigt. Somit sind die Videos aller  Künstler wie z. B. Madonna oder Greenday wieder auf Youtube zu sehen. Der Vertrag ist auf mehrere Jahre festgelegt.
Die Videos mussten von Google Inc’s YouTube im Dezember 2008 aus dem Portal entfernt werden. Jetzt dürfen Videos aller großen Labels (EMI Music, Universal Music, Sony Music Entertainment & Warner) wieder angeboten werden.
Laut Abendblatt.de einigte man sich darauf, dass: “YouTube künftig mehr als die Hälfte der Einnahmen aus dem verknüpften Anzeigengeschäft an Warner Music abführt.”  Konkrete Summen sind nicht genannt worden.
Es ist weiter ein Musikvideoportal namens “Vevo” (Universal / Sony) im Gespräch, das YouTube-Technologie verwenden soll und dem Warner jetzt durch den neuen Deal jetzt beitreten könnte.

Quellen:
http://www.reuters.com/article/technologyNews/idUSTRE58R5JM20090928
http://de.reuters.com/article/companiesNews/idDEBEE58T03D20090930
http://www.abendblatt.de/wirtschaft/article1207893/YouTube-zeigt-wieder-Videos-von-Warner-Stars.html

http://youtube-global.blogspot.com/2009/09/warner-music-comes-back-to-youtube.html

Stolpere ich doch heute morgen beim herbstlichen Frühstück über eine kurze Meldung in der Hamburger Morgenpost: “Die Musikindustrie  will 2013 wieder wachsen”.  Das sind ja ganz neue Töne! Sind dann die Krise und das ewige Lamento die unendlichen Diskussionen (endlich) vorbei? Man darf gespannt sein.

Nachlesen: Hier und hier und an tausend anderen Stellen…

Google Music China

Google Music China

Ich muss zugeben, die Vorstellung, sämtliche (veröffentlichte) Musik such, find- und hörbar auf einer Website zu haben, und – besser noch – diese dort auch kostenlos und legal herunterladen zu können… das trägt in der Tat gewisse paradiesische Züge. Googles neue Musikseite in China kommt diesem Garten Eden anscheinend schon recht nahe. Leider gibt es das eine oder andere kleinere Sprachproblem, so dass unsereins diesen Serice nur schlecht austesten kann, und sowieso: der kostenlose Download funktioniert nur in China. Aber hier gibt es eine sehr interessanten und ausführlichen Artikel, der Googles chinesischen Musikservice beschreibt und der einem schon mal das Wasser in den Ohren zusammen laufen lassen kann…

Apropos: Kennt jemand Software, die chinesiche IPs emulieren kann?! :-)

Wer bekommt noch einen Plattenvertrag?
Und wie wird man heutzutage als Band erfolgreich?

sellaband

Die Idee
Jede Band kann sich auf SellaBand.com kostenlos registrieren und eine eigene Seite mit 3 Demosongs einrichten. So genannte „Believer“ können Anteile an diesen Bands kaufen. Ein Anteil (Part) kostet 10$, sind 50.000$ zusammengekommen, geht die Band ins Studio und macht eine professionelle Aufnahme. Die Einnahmen der Cd werden zwischen der Band und ihren „Believern“ geteilt. Außerdem bekommte jeder Anteilträger nach höher ihrer Investitionen noch etwas geboten, von der signierten Cd bis zur Reise ins Studio. SellaBand finanziert sich über die Zinsen des der Anteile, die sich bis zur Aufnahme ansammeln. Bis zur Aufnahme sind alle eingestellten Demosongs für alle Nutzer verfügbar. Es wurde eine Partnerschaft mit der britischen Seite von Amazon.com eingegangen. Nunmehr zeichnet Amazon von jedem Künstler, der US$ 30.000 erreicht, 100 Parts und vertreibt die CDs über die eigene Seite. Außerdem gibt es soziale Netzwerke rund um Sellaband, so hat jeder Believer oder Artist die Möglichkeit sich auszutauschen. Inzwischen gibt es eine reihe von Seiten mit einem ähnlichen Konzept, z.B. formyband.com

Pros
- Jede noch so kleine Band hat die Möglichkeit, ihre Musik vorzustellen und hat die Chance eine professionelle Studioaufnahme zu bekommen.
- Die Believer nehmen an dem Prozess des Musikvertriebes direkt teil und haben einen Einfluss auf ihre Lieblingsband.
- Die Künstler behalten die Kontrolle über ihre Musik.
- Bisher haben 32 Musiker und Bands über die Website jeweils 50.000$ gesammelt.
- Zurzeit sind über 2 Millionen Dollar in Bands investiert.

Cons
- Es gibt Charts auf der Seite, wer bisher am meisten Geld gesammelt hat, wir mit hoher Wahrscheinlichkeit eher noch mehr bekommen, als die schlechter positionierten Bands.
- Die Bands müssen sich selber vermarkten, Sellaband rät dazu über Medien wie Facebook, Myspace usw. auf sich aufmerksam zu machen.
- Die Believer haben evtl. keinen guten Spürsinn für erfolgreiche Musik.
- Was passiert nach der Plattenaufnahme?
- Von 4.200 Künstlern haben es seit August 2006 erst 32 geschafft, die erforderlichen 50.000$ zu sammeln.

FairPlay!

9. Juni 2009

Zeichnung

Idee einer neuen Songvermarktung:

FairPlay! – You price it!

- Internetplattform, einfach zu bedienen; standardisierte Seiten einfach und übersichtlich.

-Künstler/Band- Seite: Künstler können ihre eigenen (Baukasten-)Seiten online stellen (Std./nicht überladen). Dort können sie ihre schon veröffentlichten Lieder linken (die Musik liegt auf dem Server des Betreibers)

- Bands nach Genre/Künstler etc. geordnet, einfache Suche…

- Neue Songs werden dem Betreiber zugesendet, dieser verpflichtet sich zur Nichtveröffentlichung, bis die Konditionen, die der Künstler festlegt, erfolgt sind (evt. ist ein Preview möglich). Der Künstler bestimmt dann auch die Konditionen unter denen veröffentlicht wird (Copyleft, Gemeinfrei).

- Songs werden freigegeben, wenn dem Künstler eine von ihm gewünschte Summe, für ein bestimmtes Kunstwerk, zugeschrieben wird. Der Künstler kann diese Summe, die er sich wünscht, auch noch während des Zeitraums, in der der Song zum “Spenden” freigegeben ist, variieren. Nach oben nur um ca. 10%, nach unten offen. (bis 0€)

- Der Künstler hat auch die Möglichkeit einfach nur Spenden zu bekommen, oder auch Geld als Vorschuss zu bekommen. Für den Benutzer muss natürlich leicht ersichtlich sein, für was er jetzt genau Geld ausgibt!

- Benutzer können Künstlern Beiträge zuschreiben, die erst vom Konto des Benutzers gebucht werden, wenn die gesamte, vom Künstler gewünschte Summe, erreicht wird (Es gibt auf der Künstlerseite dann auch ein Liveticker, der die aktuelle Summe und die Gewünschte anzeigt).

- Benutzer können auch ein Haltbarkeitsdatum ihrer Zuschreibung festlegen.

- von jeder zugeschriebenen Summe geht ein prozentualer Anteil (oder vielleicht doch eine feste Pauschale) an den Betreiber. Möglichst wenig, um die Attraktivität für diese Dienstleistung möglichst hoch zu halten (für Künstler und Konsument. Das ist auch möglich, da ein solcher Digitaler Vertrieb nur wenig laufende Kosten erzeugt).

- möglichst keine Werbung, um unabhängig zu bleiben

- Zielgruppe ist generell jeder Musikkonsument. Sinnvoll wäre es vielleicht, sich zuerst auf ein Genre zu konzentrieren.

- Der Entwicklungsaufwand ist noch überschaubar. Wir brauchen Server, und die Entwicklung des Webservice.

Was haltet ihr davon?

Wären Musikkonsumenten bereit dafür, relativ blind (ohne den Inhalt zu kennen) für Musik zu Spenden?

Wären Musiker bereit von Spenden/Almosen zu “leben”?


Creative Commons License

Fairplay von Ruben Hittmeyer steht unter einer Creative Commons Namensnennung-Keine kommerzielle Nutzung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland Lizenz.

Musik besitzen?

24. Mai 2009

Wird das (illegale) Downloaden von Musik überflüssig?

Spotify heißt der Dienst, der zurzeit in vielen Musikblogs für Aufregung sorgt, der Startup aus Schweden wird von vielen Bloggern schon als “the next big thing” nach „youtube“ oder „Facebook“ gehandelt.
Für Benutzer in Deutschland ist der Musik-Dienst Spotify zwar größtenteils noch unbekannt, hat aber vor allem in Schweden und Großbritannien schon über 2 Millionen Nutzer.

Das Prinzip von Spotify ist eine Online-Musikbibliothek von zurzeit ungefähr sechs Millionen Titeln, gelagert auf schwedischen Servern, die legal und praktisch ohne Zeitverzögerung von angemeldeten Benutzern gehört werden können.
Durch die Auslagerung auf Server, den so genannten „Cloud Computing“ braucht man sich weder über Festplattenabstürze Gedanken machen, noch Angst haben, für illegale Downloads belangt zu werden. Jeder Benutzer kann sich seine eigenen Playlists zusammenstellen und praktisch von überall darauf zugreifen.

Wozu also noch die Festplatte mit wohlmöglich illegalen mp3s vollmüllen?

Mit einer Technik aus „peer-to-peer“ und „serverstreaming“ folgt Spotify dem Trend zum „Cloud Computing“, besitzt aber auch alle Vorteile einer Desktop-Musikanwendung ähnlich wie iTunes.

Die Idee dahinter ist eigentlich nicht neu und man kann sich fragen, was unterscheidet Spotify von anderen etablierten Internetradios wie zum Beispiel Last.fm?
Eigentlich nicht viel! Aber im Gegensatz zu Last.fm oder ähnlichen Diensten ist Spotify kein Soziales Netzwerk, es gibt außer der Möglichkeit, Playlists weiter zu geben, keinen Austausch zu anderen Nutzern. Spotify zielt vielmehr auf das persönliche, private Hören und versteht sich eher als eine digitale Platensammlung und nicht als ein Internetradio.

„INSTANT SIMPLE AND FREE!“
So wird Spotify angepriesen, das klingt soweit alles ganz gut, aber das Musikangebot ist mit 6 Millionen Titeln verhältnismäßig (noch) klein, die Beatles oder Metallica wird man bei Spotify vergeblich suchen, von vielen Künstlern gibt es nur die neuesten Alben zu hören und kleine unbekannte Interpreten sind überhaupt nicht zu finden.
Zu dem ist der kostenlose, über Werbung finanzierte Dienst von Spotify nur in wenigen Ländern verfügbar. In Deutschland gibt es nur den kostenpflichtigen Premium-Zugang für 10 Euro im Monat.
Auch muss man sich fragen, ob die Musikhörer bereit sind Gebühren wie beim Fernsehen zu bezahlen, oder aber alle paar Stücke eine 30-sekündige Werbepause in Kauf zu nehmen. Und: Wird sich Spotify bei zurzeit eher sinkenden Werbeeinnahmen und steigenden Serverkosten am Markt halten können?
Trotzdem könnte Spotify den Begriff des Musikbesitzes revolutionieren und eventuell eine Lösung im Kampf gegen die Musikpiraterie darstellen.

Zusammenfassend ist Spotify eine gute, aber nicht unbedingt neue Idee mit Ausbaupotential, besonders wenn der Dienst, wie geplant, auch auf mobilen Endgeräten verfügbar wird.

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