Was Leute so suchen… oder: Der Krieg geht weiter
12. Februar 2012
Heute in den Statistiken gesehen, dass jemand mit folgender Suchanfrage auf unseren Blog kam: “ruf mir seiten auf auf welcher seite musik illegal runterladen kann“. Das spricht für sich. Das auch:

Aber am häufigsten wird nach “Anti Gema” gesucht. Das spricht erst recht für sich.
kurz und knapp 2006
7. April 2010
Käsefondue meets Streamingboom
13. Januar 2010
Donnerstag Nacht, drei Uhr. Das kleine Zimmer ist verqualmt, auf dem Schreibtisch türmen sich leere Bier- und Sektflaschen, der Aschenbecher ist bis zum Anschlag gefüllt und über den Boden kullern kryptische Bleifiguren. Ein angebranntes Käsefondue steht in der Gegend rum und trägt eine eigene Geruchs-Note zu dem Abend bei. Es ist Silvester.
Ungefähr 20 Tanzwütige springen über Couch und Sessel und bewegen sich ausgelassen zu ohrenbetäubender Elektromusik, die aus der Anlage schallt. Am Ende des Zimmers, direkt neben dem Sektflaschenturm, steht ein Notebook. Zwei wild mit den Beinen wippende Partygäste stecken die Köpfe zusammen und spielen DJ. Doch statt über Turntables oder CD-Player, statt per i-Tunes-Playlist oder Mp3-Stick, kommt die Musik heute direkt aus dem Web. Circa zehn Tabs sind geöffnet und es warten verschiedenste Remixes darauf gespielt zu werden. Youtube-Dejaying könnte man dieses Phänomen taufen. Die Datenbank dieses Videoportals hat einfach mehr und vor allem aktuelleres zu bieten, als die Festplatte des Partygastgebers. Musik wird in dieser Nacht gestreamt. Von Youtube, genauso wie bei all den anderen Anbietern. Ob MySpace, LastFM oder Deezer, alle tragen etwas bei zum Silvestersoundtrack.
Und tatsächlich ist besagtes Streaming nicht nur eine Art der Musikrezeption, die Einzug gehalten hat auf verrauchte Privatparty, sondern eine gängige Methode Musik zu hören, es ist etwas Alltägliches. Laut einer britischen Studie der Marktforscher von Music Ally nutzen Kinder und Jugendliche heute immer weniger Tauschbörsen, um an ihre Musik zu kommen. Musik wird stattdessen direkt über Streaming- und Videoportale im Netz gehört. Bei einer Anwender-Befragung stellte sich heraus, dass die Zahl regelmäßiger Tauschbörsen-Nutzer von Dezember 2007 bis Januar 2009 um etwa ein Viertel zurückging. Besonders extrem ist die Entwicklung in der Altersgruppe zwischen 14 und 18 Jahren. Vor etwas über einem Jahr noch gaben 42 Prozent an regelmäßig Filesharing-Plattformen zu nutzen. Jetzt waren es nur noch 26 Prozent.
Ein wichtiger Grund für die Entwicklung besteht darin, dass viele User Songs herunterluden, die sie aus aktuellem Interesse nur ein oder ein paar Mal hören wollten. Nur warum sollte man Musik illegal downloaden, die ohnehin im Netz frei und immer verfügbar ist. Die Streaming-Seiten stellen hier im Vergleich die deutlich bequemere und auch schnellere Alternative dar. Auch die weitere Entwicklung ist abzusehen. Je weiter sich das Internet verbreitet, je leichter dem User der ständige mobile Zugang gemacht wird und je mehr der einzelne Anwender eigene Daten und Programme online abrufbar speichert, desto mehr wird sich auch die Musikrezeption in Richtung der Onlineportale verlagern. Die Musikindustrie freut sich an dieser Entwicklung, denn auf Seiten wie Youtube oder Last.fm sind die großen Plattenfirmen an den Werbeeinnahmen beteiligt.
Den Partygästen ist es egal, ob die Musik gestreamt oder downgeloaded ist. An die schlechte Mp3-Qualität hat man sich längst gewöhnt. Es ist sowieso vor allem laut. Am Neujahrstag finden sich einige der gespielten Tracks als Anhänge von Facebook-Pinnwand-Einträgen im Netz verlinkt wieder. Man erinnert sich. Doch so richtig nachhaltig ist der Musikkonsum über Streaming-Portale wohl nicht. Schnell und neu und aktuell, ja. Aber vieles bleibt ein einmaliges Hörvergnügen, vieles geht verloren, vor allem der Überblick.
CwF + RtB = $$$ ???
19. Juli 2009
Ich bin auf einen sehr interessanten Vortrag von Michael Masnick gestoßen, den ich gerne mit euch teilen möchte.
Michael Masncik stellt dabei Nine Inch Nails und deren Mastermind Trent Reznor samt seiner ständig neuen
Vermarktungsmethoden dar.
Dabei kommt Masnick immer wieder auf die Formel :
CwF + RtB = $$$
CwF = Connect With Fans
RtB = Reason To Buy
Masnick beschreibt, dass diese Art der Vermarktung und “Kundenbindung” sowohl für kleine als auch für große Bands
funktionieren kann. Eindrucksvoll zeigt er Reznors Methoden auf, die Zahlen sprechen für sich :
Amazon erklärten 2008 NIN’s Album zum meistverkauftesten Online Album (per Download) >> obwohl das Album auch frei von der NIN Webpage geladen werden konnte
bzw. frei über Torrents (dank creative common license) legal downloadbar war…
Ist das die Zukunft der Musik (industrie) ?
piracy is good!
15. Juli 2009
er sagt zwar nichts wirklich neues für uns, aber er bringt die gesamte thematik sehr gut auf den punkt …
die weiteren teile gibt’s bei youtube.
Ich habe neulich ein interessantes Bohlen-Interview bei Johannes B. Kerner gefunden. Darin geht es auch kurz um die „Zukunft der Musik“.
Bohlen sagt darin ganz deutlich, dass man heutzutage mit Plattenverkäufen kein Geld mehr verdienen kann – deswegen gehen jezt auch alle Künstler auf Tournee.
Ist ja eigentlich nix neues, aber die konkreten Zahlen die er nennt sind schon interessant:
Früher, so Bohlen, habe man am Tag 20.000 Platten verkaufen müssen um auf Platz 1 zu kommen. Wenn man heute hingegen nur 2.000 Platten pro Tag verkaufen würde, dann, so meint er, gehe man locker auf Platz 1. Weiter sagt Bohlen, wenn man heute 50 Platten am Tag verkaufen würde käme man schon locker in die Charts.
Ich bin ja wahrlich kein Bohlen-Fan, denn die „Musik“, die er mitunter so verbrochen hat, führt bei mir meist dazu, dass sich meine Fußnägel hochkrempeln, aber seine Einstellung zu den illegalen Downloads ist schon sympathisch.
Junge Menschen aufgrund von illegalen Downloads in die Nähe von Strafbarkeit zu rücken findet er „absoluten Schwachsinn!“
Die Industrie gäbe den Jugendlichen doch erst die Möglichkeiten das zu machen und würde an der Hardware auch mitverdienen. „…wir haben doch früher alle vor unseren Radios gesessen und die Hitparaden aufgenommen! Was machen die denn jetzt anders? Garnix! … du kannst doch den Leuten nicht sagen: hier ist ein Hammer! Aber jetzt hau den Nagel nicht in die Wand!“
Fazit:
Kerner: „Der Künstler soll also einfach seine Musik machen, die soll downgeloadet werden, dann hören es viele, dann geht er eben auf Tournee und wenn sich die Leute das live anhören wollen, dann kostet ne Karte € 45,- und dann holt er sich das Geld da ab.“
Bohlen: „So wird’s sein in der Zukunft!“
Die Popkomm fällt aus. Schuld sind natürlich die Musikpiraten!
Unzählige Milliarden Verluste beklagt die Musikindustrie und begründet sie (unter anderen) mit den illegalen Downloads im Internet. Doch die Wirklichkeit sieht anders aus:
Probehören im Netz, also illegal downloaden und dann, wenn es einen gefällt, legal kaufen. Eine, wie ich glaube, weit verbreitete Praxis.
Eine norwegische Studie belegt:
Musikpiraten sind die größte Kundengruppe der legalen Download-Plattformen. Ihre Bereitschaft, für Musik zu bezahlen, sei zehnmal(!) höher als die derjenigen, die nicht in P2P-Tauschbörsen aktiv sind.
Außerdem zeigt die Studie: Wer illegal Musik aus dem Netz lädt, kauft im vergleich zu anderen auch mehr echte CD’s.
Schon 2006 zeigte eine kanadische Studie, dass die Nutzer von P2P-Plattformen mehr bezahlen, als die Plattenfirmen zugeben wollen. Rund 70 Prozent der Befragten gaben an, Musik gekauft zu haben, nachdem sie sie illegal heruntergeladen hatten.
Vielleicht ein wenig hoch die 70%, aber das Prinzip stimmt.
Hart Steuerbord?
16. Juni 2009

- Na – wohin geht die Reise?
Zur Zeit in aller Munde, sind die Jungs von “The Pirate Bay” die wohl beliebtesten Kriminellen der Welt. Nun soll der Richter, der die vier Angeklagten verurteilt hat, selber Mitglied einer Organisation sein, welche für eine Stärkung des Copyrights eintritt. Laut Rechtsexperten ein klarer Interessenkonflikt, der eine Neuaufnahme des Verfahrens notwendig mache.
Das hatten die Verurteilten nach Urteilsverkündung schon gefordert, ja sogar von Beginn an angekündigt. Doch wer sind eigentlich diese vier Piraten?
“Gottfrid Svartholm (24), Fredrik Neij (30), Peter Sunde (30) und Carl Lundström (48)” (aus: zeit.de/online)
Gottfrid Svartholm ist ein Computerspezialist, versteht sich als Liberaler, gehört der Partei der “Klassischen Liberalen” an.
Über Fredrik Neij und Peter Sunde lässt sich noch weniger finden, sie sind ebenfalls (na? -jenau:) Computerspezialisten, Sunde ist Veganer.
“Warum les´ich das hir grad?” hör ich die Leserschaft denken, aber es wird interessanter: Unten die Fotos der Drei sowie eine Karikatur, die für die PB-Solidaritäts-Aktivitäten (T-Shirts, Sticker…) verwendet wird:
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Gottfrid Svartholm

Fredrik Neij

Peter Sunde
Hmm… sind ja nur Drei! Der Vierte wäre Carl Lundström. Über ihn findet sich viel. Erbe des größten Knäckebrotherstellers der Welt – WASA! Lecker. Hat er verkauft, viel Geld in Telekommunikationsgesellschaften gesteckt. “Rix Telecom AB” zum Beispiel. Deren Systeme nutzte TPB lange. Aber auch andere Projekte und Unternehmungen genießen Lundströms Unterstützung, manche liegen ihm richtig am Herzen: Erst “Schweden muss schwedisch bleiben”, dann durften verschiedene rechte Parteien ihn als Mitglied zählen. Manchen war er zu rechts, so dass er sich heute eindeutig rechts außen rumtreibt. Ein paar Ausländer und Straßenmusiker zusammengeschlagen hat er auch schon, stand deswegen vor Gericht. Wer mehr wissen will, soll suchen.

Carl Lundström
Kommt natürlich nicht gut, so´n Nazi auf Merchandise, das ja eher das linke Publikum anspricht. Macht nix, kann man verschweigen. So wie es die Presse ja auch ganz gut gemacht hat. Dass er nur Investor und Mitinhaber ist, kein Computerfreak wie die anderen, mag als Entschuldigung benutzt werden, doch: >>Tobias Andersson, co-Founder of TPB, has said: “We wouldn´t have been able to start the site without the support of Carl Lundström”<< (aus: en.wikipedia.org)
Piraten sind unsere Freunde, Knäckebrot ist lecker, aber Nazis… die sind doch Scheiße. Bäh.

