Die Jahresringe in Holzscheiben dienen Basis für deinen Prozess durch den, nach einer festgelegten Skala, Klaviermusik generiert wird. Die Grundlage für diese Musik wird zum einen durch den technischen Aufbau gegeben, aber zum anderen eben im Wesentlichen durch die Struktur der Jahresringe (hell, dunkel, dick dünn) und die sich aus ihnen ergebenen Daten interpretiert.

Du Sollst Kopieren!!!

5. Januar 2012

Kurz vor Weihnachten hat staatliche schwedische Agentur Kammarkollegiet offiziell eine Kirche anerkannt, deren Religion das Kopieren und Vervielfältigen ist.
“The Church of Kopimism” hält Information für heilig und das Kopieren für ein Sakrament.
Nach dreimaliger Antragstellung, ist es in Schweden jetzt formal eine religiöse Handlung für Mitglieder dieser Kirche, Informationen aus dem Internet oder anderen Quellen zu kopieren und ohne Genehmigung zu vervielfältigen? Alter Schwede!

Daisy Bell Remix

12. November 2010

Screenshot: "Daisy Bell" von Harry Dacre

Screenshot: "Daisy Bell" von Harry Dacre

Aaron Koblin und Daniel Massy haben eine neue Version des Stückes “Daisy Bell” produziert. Das Stück wurde 1892 von Harry Dacre geschrieben und 1962 durch John Kelly, Max Mathews und Carol Lockbaum bekannt, da es von der ersten computergenerierten Gesangsstimme gesungen wurde (Computer: IBM 704).
In Anlehnung an eine Textzeile wurde unter dem Projektnamen “Bicycle Built For 2,000″ mehr als 2000 menschliche Stimmschnipsel im Internet gesammelt und zu einer neuen Version zusamengesetzt. Die Teilnehmer wurden gebeten sich online sich zunächst einen Klang- bzw. Stimmsample anzuhören, das Gehörte stimmlich zu imitieren und ins Netz zu laden, ohne zu wissen wofür es später verwendet wird. Das Ergebnis ist eine im Timing etwas schwammig wirkende, aber eindeutig wiedererkennbare Version von “Daisy Bell”.

Projekt: www.bicyclebuiltfortwothousand.com

Video: Bicycle Built for Two Thousand from Aaron Koblin on Vimeo

Remixer aufgepasst!

21. Oktober 2009

Habe gerade eine interessante iPhone Applikation im Netz gesehen.
Angekündigt als “the HOTT!!!-est iPhone music app since t-pain‘s autotune!”

FLYP’T

Flyp't
Flyp’t

Zunächst muss man sich Musik für diese neue Applikation im zugehörigen FLYP’T-Store online herunterladen und auf dem iPhone speichern. Diese Titel kann man während des Abspielens remixen und eine eigene Version erstellen. Musikbearbeitung erscheint hier eben so intuitiv, wie mit Ableton’s LIVE, dem Serato Scratch, der Akai MPC oder dem Pioneer CDJ-2000, aber sehr abgespeckt. Mit wenigen Tastendrucken ist man in Lage Musik-Samples einzuspielen und zu manipulieren.  In dem Promotion-Video klingt das auch alles so, als ob das Programm das gewollte Timing erkennt. Der so entstandene Remix kann auf dem iPhone gespeichert werden. Wenn man die Bearbeitung für so gelungen hält, dass man sie vorzeigen möchte, geht das auch, indem man sie auf der FLYP’T-Seite veröffentlicht. In wie weit die Ergebnisse sich für die öffentliche Wiedergabe in einem Klub eignen ist im Video nicht hörbar. Auch ist unklar, ob eigene Produktionen geladen und verwendet werden können. Als Spielerei für unterwegs ist Flyp’t wohl ganz nett, aber die Musik und den Umgang mit ihr wird wohl nicht revolutioniert.

Angeblich sollen alle grossen Musikfirmen mit an Board dieses Projektes sein, sodass es erst einmal einen Grundstock zum Remixen geben wird. Veröffentlichungstermin soll der 26. Oktober sein. Die App soll $1,99 kosten und Musik gibt’s für $0,99 das Stück.
Die Klangqualität des Videos ist leider schlecht, aber man bekommt einen Eindruck, was mit dieser App möglich ist.

Quellen:
http://www.flypt.net/
http://www.datzhott.com/2009/10/21/the-flyp%E2%80%99t-remix-iphone-app/
http://globalgrind.com/content/1077986/THE-FLYPT-REMIX-IPHONE-APP/

Grafik:
http://www.flypt.net/grafika/bg.jpg

Nach einer netten Party, saß ich noch mit ein paar Leuten zusammen, als ich gebeten wurde mal im Netz nach Fotos von einem der Freunde zu schauen, auf die er hingewiesen wurde. Diese könnten eventuell nicht unbedingt vorteilhaft für ihn sein. Gesagt getan, ich schaute für ihn bei Facebook nach, da er selber dort keinen Account hat. Er war echt verzweifelt, wegen dieses Hinweises und schlug weiter vor bei  Nachtagenten.de zu schauen. Ich ging also auch die Seite Nachtagenten.de und klickte auf die Rubrik “Events”. Kaum tat ich das,  blitzte ein Foto für gerade mal ein paar Millisekunden auf, das ich selber geschossen und für einen Artikel in einem privaten Blog verwendet hatte. Ich wusste nicht ganz ob ich gesehen hatte was ich meinte gesehen zu haben oder ob ich durch eine falsche Eingabe kurz auf jenem Blog gelandet bin, schliesslich kamen wir von einer Party. Als aber ich noch einmal auf  “Events” klickte erschien dieses Foto wieder und es war klar, dass mich ich nicht vertan hatte. Es befand sich ein von mir geschossenes Bild auf der deren Seite, das ich dort nicht hochgeladen hatte und dem Anschein nach nicht von einem User eingestellt wurde.
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(Screenshot | Nachtagenten.de 20.09.2009)

Wir waren alle ein wenig amüsiert angesichts der Tatsache, dass Nachtagenten.de ein Dienst ist der u.a. seine “Agenten” losschickt um Fotos auf diversen Veranstaltungen schiessen zu lassen. Somit müssten sie doch über ein beträchtliches Fotoarchiv verfügen. Und dann holen die sich einige ihrer Fotos einfach irgendwo aus dem Netz?
Einer meiner Bekannten, die neben mir saßen ist Fotograf und wir  unterhielten uns über die üblichen Vorgehensweisen für die  Nutzung von Bildern. Ich erzählte ihm das ich das Bild vor ca. fünf Jahren mit meiner Handykamera aus der ehemaligen Wohnung meiner Freundin geschossen und erst ein paar Tage vorher in dem Artikel verwendet habe. Ohne Wasserzeichen, Namen oder Hinweis auf Urheberrechte.
Also schrieb ich den Nachtagenten (via Account) eine Mail und vorderte sie auf, mir einfach zu schildern, in wieweit sie sich als “kommerzieller Service”, an Urheberrechte halten und wie sie Rechte bzw. Lizenzen für ihren Content einholen. Ich nehme an, dass die Nachtagenten sich über Werbeanzeigen finanzieren und somit als kommerziell anzuesehen sind. In diesem Fall hätten sie nämlich gegen ihre, für die User geltenden Nutzungsbedingungen verstossen.

Zitat: “Der Fotograf sichert zu, dass er das alleinige Urheberrecht und das Recht bzw. die Erlaubnis auf Veröffentlichung seiner Fotos besitzt. Allein der Fotograf ist für die Inhalte seiner auf Nachtagenten hochgeladenen Fotos verantwortlich.
[...]
Bilddatenbanken, Bildkataloge, kommerzielle Webseiten bzw. andere kommerzielle Produkte sind als kommerzielle und nicht eigenständige Werke anzusehen.”

Natürlich wies ich auch auf den Zweck hin, für den sie mein Foto verwendeten (Flashmobaufruf gegen die Schliessung der Clubs unter der Sternbrücke). Nichts desto trotz war ich neugierig auf eine Stellungnahme.
Ein paar Tage später kam dann auch die Antwort des Verantwortlichen. Dieser wies auf den nicht-kommerziellen Zweck des Aufrufs hin und da ich gelegentlich im Waagenbau freiberuflich tätig bin habe er sich weiter keine Gedanken gemacht. Ausserdem wusste er nicht, dass das Copyright bei mir liegt. Google hätte es ihm “ausgespuckt” und man könne es natürlich entfernen, wenn ich ein Problem damit hätte.
Vielleicht sollte ich an dieser Stelle erwähnen das man sich aus dem Hamburger Nachtleben kennt, was ich aber erst aufgrund des in der Antwort des enthalten Absenders feststellte und mir so auch die Formulierung der Antwort erklären konnte.

Letztere war erwarteter Weise nicht sonderlich befriedigend ausgefallen, da ich mit “kommerziell” nicht den Aufruf, sondern deren Seite meinte und ich selbstverständlich wusste das man sich mein Foto einfach aus dem Netz geholt hatte. In meiner Mail hatte ich schliesslich  auch erklärt, dass eine mögliche Absprache im Vorfeld hätte stattfinden müssen und ich das Bild für den, im Grunde genommen, selben Zweck, der mir sicherlich am Herzen liegt, verwendete. Allgemein wirkte es jedenfalls für mich so, als ob die Nachtagenten selber und nicht einer ihrer User das Foto hochgeladen hätte. Was sich ja auch bestätigte. Das angebotene Gespräch habe ich bisher nicht in Anspruch genommen und das Foto wurde inzwischen durch ein neues (Herkunft unbekannt) ersetzt.

Insgesamt finde ich es eher interessant  direkt zu erfahren was mit seinen “Erzeugnissen” im Netz passieren kann. Die Vorstellung allerdings, dass das eigene Foto oder gar Abbild für Internetseiten bzw. Zwecke missbraucht wird mit denen man sich in keiner Weise identifizieren kann oder die genau entgegengesetzt der eigenen Absichten, Ansichten, Einstellungen oder Meinungen liegen (anders als in diesem Fall ! ) ist eine Horrorvorstellung. Es gab in meiner Familie einen solchen Fall, gegen den unbedingt gerichtlich vorgegangen werden musste. Übrigens Erfolgreich.

Das durch das Internet neue Ideen für die Nutzung von Musik, Fotografie, Texten, Film etc. gefragt sind und die alten Gesetze nicht mehr zeitgemäß sind, ist ebenfalls Thema des genannten Blogs. Die Nutzung, Verwertung und Verbreitung dieser Dinge durch Dritte im WWW wird allgemein  ja auch schon seit langem heiss diskutiert. Konzepte wie “Creative Commons” sind, meiner Meinung nach, gute Ansätze um diese Problematik neu an zugehen. Auch für die Nachtagenten.

The Future Back Then

9. Oktober 2009

In this historical video excerpt, David Vorhaus talks about two of his analogue inventions – the MANIAC analogue sequencer, and the Kaleidophon from 1979 (JeffreyPlaide @ Youtube).

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Das Videoportal Youtube hat sich nach Monaten mit der Warner Music Group über die Lizensierung von Musikvideos geeinigt. Somit sind die Videos aller  Künstler wie z. B. Madonna oder Greenday wieder auf Youtube zu sehen. Der Vertrag ist auf mehrere Jahre festgelegt.
Die Videos mussten von Google Inc’s YouTube im Dezember 2008 aus dem Portal entfernt werden. Jetzt dürfen Videos aller großen Labels (EMI Music, Universal Music, Sony Music Entertainment & Warner) wieder angeboten werden.
Laut Abendblatt.de einigte man sich darauf, dass: “YouTube künftig mehr als die Hälfte der Einnahmen aus dem verknüpften Anzeigengeschäft an Warner Music abführt.”  Konkrete Summen sind nicht genannt worden.
Es ist weiter ein Musikvideoportal namens “Vevo” (Universal / Sony) im Gespräch, das YouTube-Technologie verwenden soll und dem Warner jetzt durch den neuen Deal jetzt beitreten könnte.

Quellen:
http://www.reuters.com/article/technologyNews/idUSTRE58R5JM20090928
http://de.reuters.com/article/companiesNews/idDEBEE58T03D20090930
http://www.abendblatt.de/wirtschaft/article1207893/YouTube-zeigt-wieder-Videos-von-Warner-Stars.html

http://youtube-global.blogspot.com/2009/09/warner-music-comes-back-to-youtube.html

Sony startet Abmahnwelle

24. September 2009

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Sony startet Abmahnwelle gegen einige Hip-Hop-Aktivisten wegen der Bereitstellung bzw. Verlinkung eines (inzwischen nicht mehr) frei erhältlichen Mixtapes von Dj Ron (DJ Ron & DJ Shusta “Splash! Festival Hip Hop Mixtape 2009″). Laut Represent.me soll “Unter anderem soll ein Track von Curse der Grund für die Abmahnung sein. Genaueres kann ich aber nicht sagen, da alles andere Spekulation wäre.”
Allerding schreibt Curse in seinem Twitter-Blog: “Hört mal zu ihr blitzmerker: ich Mahnhier niemanden ab, schon gar nicht homies von mir. Ich find das scheiße und abturn.”
Die Betroffenen sollen jedoch Briefe einer Hamburger Anwaltskanzlei erhalten haben, die auf Urheber-, Verlags-, Leistungsschutzrecht sowie It-Recht und Neue Medien spezialisiert ist.  Es werden Sony / Universal Music, Warner u.a. als Absender genannt.
Die Nachricht verbreitet sich wie ein Lauffeuer und es werden schon Vergleiche zu einem Streit eines Sportartikelherstellers mit einem Blogger gezogen, der kürzlich die Runde machte.
Da der neue Fall erst seit ca.  zwei Stunden (24.9., 12:00) im Netz kursiert muss man die  weitere
Entwicklung abwarten.
Sollten die Musikindustrie und andere an solchen Praktiken festhalten wird es sehr unangenehm für viele Blogger bzw. “Verlinker” werden.
Man bemerke: Es wurde von der Mehrzahl der Abgemahnten “nur” verlinkt (u.a. sogar von MTV) und das Mixtape zu dem verlinkt wurde wird seit Jahren von den oben genannten Dj’s für das Splash Festival erstellt und auch kräftig verlinkt. Wahrscheinlich erfüllt das den Tatbestand der illegalen Verbreitung von urheberrechtlich geschütztem Material, aber dieser ist ja auch in Bezug zum Internet schon seit geraumer Zeit unter Beschuss. To be continued….

Quellen:
http://twitter.com/deejayron
http://www.djron.net
http://twitter.com/Cursezeit
http://rapresent.me/sony-universal-music-mahnen-blogger-ab/
http://mixtapesammelstelle.de/2009/09/24/in-eigener-sache-abgemahnt
http://twitter.com/courtmasta
http://twitter.com/Cutcannibalz
http://www.dougegen.de/2009/09/sony-mahnt-blogs-wegen-link-ab/

Sternbrücke

Es wird ernst. Laut Taz.de (Bericht vom 17.08.2009) und Mopo.de (Bericht vom 19.08.2009) müssen die Clubs an der Sternbrücke bis zum Ende diesen Jahres die Kasematten räumen, denn: “Die Deutsche Bahn will die Statik der Sternbrücke überarbeiten.” So weit so schlecht, nur wenn die Überarbeitung abgeschlossen ist, soll es wohl keine Rückkehr der Clubs geben. Noch werden Gespräche zwischen Betreibern und der Bahn geführt. Es bleibt jedoch abzuwarten, ob eine sanierte und von der Gentrifizierung umkreiste Sternbrücke wieder kulturell genutzt werden kann und wenn ja von wem. “Danach wird es die Räume in ihrer jetzigen Form nicht mehr geben.” so ein Sprecher der Bahn, die die Kündigung bestätigte. Bisher wurden Spekulationen als blosses Gerücht abgetan, doch das ist jetzt wohl nicht mehr möglich.

Die von der Kündigung betroffenen Clubs (Astra-Stube, Fundbureau und Waagenbau) sind neben der Bar 227 und dem Souledge u.a. dafür verantwortlich das die Sternbrücke nichtmehr nur als ein sehr stark befahrener Verkehrsknotenpunkt angesehen wird, sondern als ein Kulturknotenpunkt. Ich konnte die Entwicklungen an der Sternbrücke von 1996 bis heute selbst sehr gut beobachten, da ich bis zum letzten Jahr gute 150 Luftlinie entfernt gewohnt habe, dort immer noch arbeite, und letztlich selbst freundlich genötigt wurde weiter zu ziehen. Clubbetreiber und andere Kulturschaffende haben es in Hamburg (neben Wohnungssuchenden) schon lange schwer Räume für ihre Projekte zu finden. Die Gründung einer Agentur zur Vermittlung vom Räumen für Kreative ist eine gute Idee, wenn sie sich wirklich für die Interessen der Kreativen und nicht für die des Senats einsetzt. So sollten nicht einfach freie Räume, sondern Räume an bestimmten toten Winkeln zur Verfügung gestellt werden, wie es die Sternbrücke vor dreizehn Jahren noch war. Vornehmlich für kulturelle und nicht für wirtschaftliche Zwecke wäre schön, ist aber zugegebener Weise reines Wunschdenken.

Selbst wenn die Kündigungsfristen diverser Kulturräume, laut Vermietern, eher kulant gehandhabt wurden sein sollten, durften am Ende die wenigsten Projekte wieder an ihre alten Orte zurückkehren und wenn doch dann nur nach starken Anstrengungen. Eine sogenannte Aufwertung des Viertels kann ich aus meiner Sicht nicht erkennen, denn mittlerweile gibt es ja sogar eine Filiale eines etwas anderen Restaurants direkt im Sternschanzenbahnhof, das Hotel eines Eishersteller zog in den Wasserturm im Schanzenpark und Eigentumswohnungen für Yuppies sind die Spuren der letzten Jahre rund um die Rote Flora. Um Letztere ist es was die zukünftige Nutzung zwar relativ ruhig geworden, doch so ein Filetstück direkt am Schulterblatt wird immer wieder unter freundlichen Übernahmeversuchen zu leiden haben. Was an der Sternbrücke am Ende passieren wird, steht in de Sternen. Das es den Freunden der Sternbrücke nicht egal ist, wird sich sicher bald zeigen.

GEMA in Rente!

21. Juni 2009

Die GEMA ist scheinbar am Ende, oder wie soll man sich die Entwicklungsgeschwindigkeit dieses Instituts, die an Galápagos – Schildkröten erinnert, sonst erklären, die in der heutigen Zeit nur als überholt betrachtet werden muss. Der Protest gegen die alten Strukturen wird solange ignoriert, bis es nicht mehr geht. Bestes Beispiel ist die Aktion (“Musiktheater”) von Johannes Kreidler, die in den Medien starke Resonanz fand. Scheinbar muss man zu solchen Mitteln greifen um die GEMA zum Umdenken zu zwingen und wenn das so ist, dann hat sie nicht begriffen, dass es heute kaum noch möglich ist sich nicht der neuen “Medienlage” anzupassen.

Bei dem virtuellem Pitch (Blog-Seminar / Zukunft der Musik , 09.06.2009), bei dem die Idee die GEMA zu ersetzen bzw. eine Alternative anzubieten, auf positive Resonanz stieß, fiel mir der Artikel im Handelsblatt (“GEMA fordert 600 Prozent mehr”, 29.01.2009) wieder ein, auf dessen Thematik einige Beiträge hier im Blog auch schon Bezug genommen haben. Ursprünglich basierte meine Idee zu Thema “Killeraplikation 2.0″ auf einem anderen Artikel (Spiegel-Online, 08.06.2009) bei dem es um ein anderes Vergütungssystem bei Blog-Journalisten geht (Trueslant). Der Rip-Off, den ich vorläufig “Music-Port” taufte, hat diese Idee aufgegriffen und abgewandelt. Autoren bauen sich einen Leserstamm auf und werden nach Abonnenten bzw. der Anzahl gelesener (bzw. angeklickter) Artikel vergütet. Sie bündeln sich weiterhin unter dem Dach eines Verlages (Trueslant), der für sie die Plattform stellt und sie bezahlt. Das scheint bei Texten zu funktionieren, warum nicht also auch mit Musik?

Das Problem sinkender Zeitungsverkäufe kennt der Printbereich genauso wie die Musikindustrie. Man plant auchdas umgekehrte Modell (Verlage planen eine Art “GEMA für Onlinetexte”). Auf lange Sicht wird immer mehr ins Internet verlagert. Natürlich nicht ALLES, aber Computer die keine Festplatte mehr haben, da man auch diese ins Netz verlegen kann, gibt es ja schon. Was früher noch auf Videokassette aufgenommen wurde und später auf CD und DVD, findet sich heute bei Youtube, Clipfish, MyVideo oder GoogleVideo und ist ein gutes Beispiel der neuen Lage, die von der Gema beharrlich bis zu geht-nicht-mehr ausgeblendet wurde.

Mittlerweile einigten sich Youtube und Gema zwar, dieser Prozess ist aber wohl noch lange nicht abgeschlossen. Erstens muss viel auf Seiten der GEMA nachgeholt werden und zweitens kann man nicht absehen, wohin sich das Internet noch entwickelt, das die Entwicklungen maßgeblich antreibt. Jedenfalls ist es nicht ratsam sich diesen Entwicklungen, die mehr und mehr Bedeutung für Gesellschaft und Wirtschaft haben zu ignorieren. Die GEMA mit ihrer (Quasi-) Monopolstellung hat sich da lange Zeit gelassen und bekommt jetzt die Rechnung präsentiert – sie MUSS nachrüsten und umdenken. Diese Notwendigkeit findet sich auch in der Petition (v. 19.05.2009), die dem Bundestag vorliegt.

[...] Der Deutsche Bundestag möge beschließen….dass das Handeln der GEMA auf ihre Vereinbarkeit. mit dem Grundgesetz, Vereinsgesetz und Urheberrecht überprüft wird und eine umfassende Reformierung der GEMA in Hinblick auf die Berechnungsgrundlagen für Kleinveranstalter, die Tantiemenberechung für die GEMA-Mitglieder, Vereinfachung der Geschäftsbedingungen, Transparenz und Änderung der Inkasso-Modalitäten vorgenommen wird.[...]

An dem Ausmaß der Reaktionen, allein in diesem Blog, lässt sich leicht erkennen, wie das Bild der GEMA in der Wahrnehmung auch Nicht-Betroffener ist. Ganz zu schweigen von denen, die mit diesem Saurier zu kämpfen haben und denen sofort andere Mittel einfallen, für gerechtere Preise bzw. Vergütungen zu sorgen. Der Widerstand formiert und organisiert sich. Eine Abschaffung ist kurzfristig wohl unrealistisch, aber es wird sich zeigen, ob dieses Modell langfristig noch tragbar ist.

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